Amazon contra Verdi: Sonntagsarbeit am vierten Advent abgeschmettert

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Amazon-Mitarbeiter in Leipzig können auch den letzten Adventssonntag mit Freunden und Familien verbringen: Die von dem Großversandhändler beantragte Sonntagsarbeit für bis zu 3000 Arbeitnehmer ist laut einer Entscheidung des OVG Sachsen unzulässig. Amazon reagiert entspannt – während die Gewerkschaft Verdi auch noch Streiks für den Rest der Vorweihnachtszeit ankündigt.

Bewältigung des Weihnachtsgeschäfts

Niemand müsse um seine Geschenke bangen, heißt es bei dem Online-Riesen; am Sonntag habe man in Leipzig sowieso nur Freiwillige zum Dienst rufen wollen. Trotzdem hatte der Konzern schon vor Wochen Sonntagsarbeit für den Dritten und Vierten Advent beantragt, und als Grund das stark erhöhte Auftragsaufkommen im Weihnachtsgeschäft genannt.

Die Landesdirektion Sachsen hatte dem Antrag auch zugestimmt, damit aber sogleich Vertreter der Gewerkschaft Verdi auf den Plan gerufen. Die bekamen in zweiter Instanz vor dem Oberverwaltungsgericht Leipzig Recht.

Voraussetzungen für Bewilligung nicht erfüllt

Sonntagsarbeit sei nur in sehr engen Grenzen zulässig, erklärte das Gericht, und sie dürfe nur dazu dienen, unverhältnismäßigen Schaden zu verhüten. Das Weihnachtsgeschäft sei für den Internet-Giganten nicht überraschend gekommen; um den Ansturm auch innerhalb der üblichen Arbeitszeiten zu bewältigen, hätte man nur rechtzeitig zusätzliche Fachkräfte einstellen müssen. Ein Erfolg für Verdi, den Amazon nur „mit Bedauern zu Kenntnis“ nahm.

Dauerstreit um Tarifvertrag

Dabei war der Widerspruch gegen die Sonderschichten im Advent nur eine weitere Station in der langwierigen Auseinandersetzung zwischen dem Versandhändler und der Gewerkschaft. Amazon hat den Tarifvertrag für Einzel- und Versandhandel nie anerkannt und lehnt auch jegliche Verhandlungen darüber ab. Man sieht sich selbst als Unternehmen der Logistik- Branche, in der weniger gezahlt wird.

Immer wieder ruft Verdi aus diesem Grund zu Streiks auf. Die geschäftige Vorweihnachtszeit bietet sich geradezu an, um den Internet-Riesen unter Druck zu setzen. Zum Wochenanfang beteiligten sich an einem kurzfristig ausgerufenen Streik am Standort Bad Hersfeld 350 Mitarbeiter. Bisher allerdings zeigt Amazon sich unbeeindruckt.

Fazit:

Die erhöhte Nachfrage vor Weihnachten ist kein Grund für Sonntagsarbeit. Das OVG Leipzig hat in zweiter Instanz einen entsprechenden Antrag von Amazon abgeschmettert. Ein kleiner Sieg für die Gewerkschaft Verdi, die dem Versandhändler außerdem durch vorweihnachtliche Streiks zusetzen will. Dennoch verspricht Amazon die rechtzeitige Auslieferung aller Sendungen rechtzeitig vor den Feiertagen.

 

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