„Gratis-Games“: Verbraucherzentrale fordert bessere Preistransparenz bei Onlinespielen

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Kostenlose Onlinespiele gibt es wie Sand am Meer. Die Spiele können sich aber durch In-App-Käufe zu einer teuren Kostenfalle entwickeln. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen fordert deswegen schärfere Gesetze.

Nicht überall wo „free-to-play“ draufsteht, ist auch „free-to-play“ drin

Gerade im Bereich der Tablets und Handy überfluten sogenannte „Free-to-play“-Games die App-Stores. Diese Spiele zeichnen sich dadurch aus, dass der Nutzer für den Download kein Geld bezahlen muss. Erst auf den zweiten Blick entpuppen sich die Apps oft als Kostenfalle: Sogenannte „In-App-Käufe“ oder „In-Game-Käufe“ versprechen dem Spieler bessere Ausrüstung, neue Levels oder neue Spielfiguren, die oft zum Vorankommen im Spiel nötig sind.

Hierfür muss der User dann aber teils horrende Summen in „echter Währung“ zahlen. Die Preise reichen von gerade einmal wenigen Cents bis zu dreistelligen Eurobeträgen. Ebenfalls bei den App-Anbietern beliebt sind programmierte Wartezeiten in den Spielen, welche die Spieler durch Zahlung eines Geldbetrages verkürzen können. Sämtliche Käufe in den Spielen haben zur Folge, dass aus dem eigentlichen kostenlosen Spiel sehr schnell ein teures Vergnügen werden kann.

Verbraucherzentrale NRW forderte transparente Preisangaben

Wenn es nach der Verbraucherzentale NRW geht, muss der Gesetzgeber auf dieses Phänomen reagieren. In einer Pressemitteilung vom 17. August 2016 fordern die Verbraucherschützer mehr Klarheit bei Preisangaben. Hierzu äußerte sich Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW wie folgt:

„Anbieter müssen verpflichtet werden, von vorneherein über notwendige In-Game-Käufe zu informieren und via Preisverzeichnis alle Kosten aufzulisten, die auf die Spieler zukommen können. Und zwar nicht in einer virtuellen Spielwährung, sondern in Euro. Außerdem muss der Gamer vor jedem konkreten Kauf erfahren, was das Feature kostet.“

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Die Verbraucherzentrale bemängelt v.a., dass Kinder und Jugendliche durch die vielen und undurchsichtigen Kaufoptionen zum Kauf verleitet werden. Ihnen sei häufig nicht bewusst, dass sie auch beim Einsatz virtueller Währung oft „echtes Geld“ ausgeben.

Ein weiteres Problem sehen die Verbraucherschützer darin, dass es sehr einfach ist, unbeabsichtigt Käufe zu tätigen. Grund hierfür ist, dass Kreditkarten-, Konto- oder Handynummern in den jeweiligen App-Stores oder Benutzerkonten gespeichert und nicht durch ein Passwort geschützt sind: Ein Fingertipp und der Kauf ist abgeschlossen.

Praxis-Tipp:

1.    Gerade Kinder und Jugendliche können sehr schnell in die Kostenfalle von In-Game-Käufen geraten. Um ein böses Erwachen zu vermeiden, können Eltern beispielsweise die Möglichkeit von In-App-Käufen auf dem Handy vollständig deaktivieren oder zumindest durch ein Passwort schützen. Es ist auch möglich, für die Käufe nur Prepaid-Gutscheine zu verwenden, um so ein Kostenrisiko von vorneherein auszuschließen.
2.    Weitere Informationen rund um kostenlose Spiele bietet die Verbraucherzentrale NRW auf folgender Internetseite: https://www.verbraucherzentrale.nrw/in-app-kauf.

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