#sponsored by reicht nicht: Abmahnungen wegen Schleichwerbung auf Instagram

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Influencer in sozialen Netzwerken haben den Namen nicht ohne Grund. Sie erreichen über Instagram & Co. hunderttausende oder sogar Millionen Follower, zeigen ihren Lifestyle und stellen Produkte vor. Doch genau hier liegt das Problem: ab wann ist es nicht mehr bloß Lifestyles sondern schon Schleichwerbung? Das hat Abmahner auf den Plan gerufen.

Bußgeld für Influencer auf YouTube

Der Fall "Flying Uwe" dürfte mittlerweile vielen bekannt sein. Der erfolgreiche YouTube Star hat mehr als 1,1 Millionen Abonnenten bei YouTube und 336.000 Follower auf Instagram. Er zeigt und bespricht dort aber eben nicht nur seinen Lifestyle als Sportler und Unternehmer, sondern regelmäßig auch Produkte.

Das Problem: Nicht alle Videos mit Werbeinhalt sind mit entsprechenden Hinweisen auf „Produktplatzierung“, „Dauerwerbesendung“ oder „Werbung“ gekennzeichnet. Die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein warf ihm deswegen vor gegen die Werbekennzeichnungspflichten zu verstoßen. Er musste letztlich deswegen auch 10.500 EUR Bußgeld bezahlen.

Und wie ist das mit „Werbung“ bei Instagram?

Die Kennzeichnung von Werbeinhalten auf Instagram und anderen sozialen Netzwerken ist jetzt erneut in den Fokus gerückt. Der Verband Sozialer Wettbewerb mahnt seit kurzem Influencer bei Instagram ab. Auch den Instagramern wird vorgeworfen gegen die Werbekennzeichnungspflicht zu verstoßen. Der Verband wirft den Influencern deswegen vor, die Beiträge würden bei den Usern und Followern den Eindruck erwecken, dass es sich um private Erklärungen handelt und nicht um Werbung. Genau das ist aber nicht erlaubt.

Die meisten Influencer bei Instagram verwenden zur Kennzeichnung von werbenden Produktplatzierungen nur Hashtags wie #ad, #powered by oder #sponsored by. Alle drei Kennzeichnungen reichen nach dem Leitfaden der Landesmedienanstalten nicht aus. Sie empfehlen deswegen Hashtags wie #Werbung oder #Anzeige.

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Instagram reagiert bereits

Instagram hat jetzt selbst auch schon reagiert. In einem aktuellen Beitrag kündigt die Plattform an, neue Kennzeichnungsmöglichkeiten für Werbebeiträge einzuführen. Die Plattform strebt an, dass über Werbeposts der Hinweis gesetzt wird: „Paid Partnership with …“ bzw. „Bezahlte Partnerschaft mit …“. Der Vorteil hiervon liegt auf der Hand. Dadurch, dass der Hinweis direkt über dem Post eingebunden wird, kann er nicht mehr so leicht untergehen.

Der neue Hinweis hat außerdem auch Vorteile für die Werbepartner. Die Werbepartner erhalten nämlich über den neuen Link Einblicke in die Statistiken der Posts. So können sie erkennen, wie viele User den Beitrag gesehen, geliked oder kommentiert haben. Den Blogbeitrag von Instagram können Sie hier nachlesen: https://business.instagram.com/blog/tagging-and-insights/

Praxis-Tipps:

1. Sind Sie gewerblich in sozialen Netzwerken unterwegs und machen gelegentlich Werbung für Produkte? Denken Sie immer auch an die Pflicht, Werbung zu kennzeichnen.

2. Bei Instagram sollten Sie momentan am Besten die Kennzeichnung mit #Anzeige oder #Werbung benutzen. Wichtig auch: Achten Sie darauf, dass die Hinweise nicht untergehen. Versteckt werden sollten Sie natürlich sowieso nicht.

3. Sobald Instagram sein neues Tool ausgerollt hat, steht für Werbeposts dann auch die neue Verlinkung zum Partnerunternehmen bereit. Über dem Post wird dann wohl der Hinweis „Bezahlte Partnerschaft mit …“ auftauchen.

4. Wenn Sie bereits wegen fehlender Werbekennzeichnung abgemahnt wurden: Lassen Sie sich beraten! Vor allem sollten Sie nicht ohne Prüfung die häufig beigefügte Unterlassungserklärung abgeben. Diese sind oft zu weit formuliert und können durch eine sogenannte modifizierte Unterlassungserklärung eingeschränkt werden.

Was Sie jetzt tun sollten:

1. Für einen ersten Überblick nehmen Sie einfach an unserem kostenlosen Webinar "Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten" teil. Hier erkläre ich Ihnen was Sie wissen müssen um nicht abgemahnt zu werden.

2. Um Ihre Webseite professionell abzusichern nutzen Sie einfach die zahlreichen Tools, die komplette eRecht24 Mediathek sowie die anwaltliche Beratung bei eRecht24 Premium.

Sören Siebert
Sören SiebertRechtsanwalt

 

Kommentare  
Lea Henne
0 # Lea Henne 14.08.2017, 15:57 Uhr
Ich stimme echt zu, dass die User definitiv genau angeben müssen, von wem und wie und was gesponsered ist.
Aber wie ist es wenn man mit der Firma ein Verkaufsgespräch hatte? Ich habe zum Beispiel ein Angebot über https://www.adfy.co/ bekommen und habe jetzt Angst eine Anzeige zu bekommen.
Danke im Vorraus.
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Jessica Gaiß
0 # Jessica Gaiß 16.08.2017, 15:54 Uhr
Wie schaut das dann aus, wenn ich ein Buch z. B. von Jakob Hager mit einem Digistorelink in meinem Profil poste oder einen amazon Link. Das würde dann auch auf dieser Grundlage zutreffen oder?

Herzliche Grüße
Jessica Gaiß
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