Google Löschung: Wie lange darf Google mit der Prüfung von Beschwerden warten?

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Bei Google finden sich viele Bewertungen von Händlern und Dienstleistern, die nicht immer stimmen. Betroffene können dann von Google die Löschung des Contents verlangen. Aber wie lange darf der Internetriese eigentlich mit der Prüfung der Beschwerde warten? Dazu hat das Landgericht Hamburg eine Entscheidung getroffen.

Anwaltskanzlei verlangt von Google Löschung einer Bewertung

Eine Anwaltskanzlei meldete bei Google eine Rechtsverletzung. Es ging um eine ungerechtfertigte und rechtswidrige Bewertung bei Google+ und Google Maps, die ein User abgegeben hatte. Google antwortete der Rechtsanwaltskanzlei noch am gleichen Tag. Das Unternehmen teilte der Kanzlei aber mit, dass deren Anfrage „wegen zahlreicher, täglich eingehender Beanstandungen“ noch nicht bearbeitet werden konnte. Man werde sich aber schnellstmöglich ob das Anliegen kümmern.

Ganze sechs Tage später meldete sich Google dann noch einmal und informierte die Anwaltskanzlei, dass die Beanstandung der Bewertung an den verantwortlichen User weitergeleitet worden sei. Google kündigte an, die Bewertung dann zu löschen, wenn der User nicht innerhalb einer Woche Rückmeldung gibt.
Das reichte der Anwaltskanzlei offenbar nicht. Sie erwirkte beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen den Internetriesen. Damit war wiederrum Google nicht einverstanden. Nun hat das Landgericht Hamburg ein Urteil gefällt.

Google hat für Beschwerden nicht ewig Zeit

Das Landgericht Hamburg (Urteil vom 24. März 2017, Az. 324 O 148/16) hat entschieden, dass Google für die falsche Bewertung des Users haftet. Der Grund dafür: Google hat sich einfach zu viel Zeit gelassen, um die Beschwerde der Anwaltskanzlei zu bearbeiten. Das Gericht bemängelte, dass Google das Beschwerdeverfahren nur verzögert durchgeführt hat. Weil der zu klärende Sachverhalt relativ einfach war, hätten maximal 4 Tage ausgereicht, um die Beschwerde zu prüfen.

Google konnte sich auch nicht damit verteidigen, dass bei dem Unternehmen täglich viele Beanstandungen eingehen. Das Landgericht war der Meinung, dass das Unternehmen eben dafür sorgen muss, dass es ausreichende technische und personelle Mittel hat, um eine schnelle Prüfung von Beschwerden zu gewährleisten.

Praxis-Tipp:

Auch für andere Plattformbetreiber (z.B. von Foren oder Bewertungsportalen) gilt: Erhalten sie Kenntnis von Rechtsverletzungen, müssen sie die Beschwerde möglichst schnell prüfen und löschen.

Praxis-Tipp
Für mehr Informationen nehmen Sie einfach an unserem kostenlosen Webinar "Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten" teil:

Kommentare  
Jürgen
0 # Jürgen 16.08.2017, 09:55 Uhr
Ich habe das gleiche Problem an wenn bzw. gibt es eine Anschrift oder Mailanschrift von Google?

Gruß
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Meinungsfreiheit: Darf ein Arzt gegen schlechte Bewertungen in Portalen vorgehen? Blogs und Portale ermöglichen Internetnutzern, ihre Meinung zu verbreiten. Auch Ärzte werden häufig bewertet. Aber können sie sich auch gegen schlechte oder fal...
Weiterlesen...
Facebook-Nutzerkonten: Freunde verstummen bei Facebook Wieder einmal hat Facebook Veränderungen in den Einstellungen der Nutzerkonten vorgenommen – und wieder ohne die Nutzer ausführlich darüber zu unterrichten. Man...
Weiterlesen...
Schulen: Unterrichtsausschluss wegen beleidigender WhatsApp-Äußerungen erlaubt? Über den Nachrichten-Messenger „WhatsApp“ können sich Schüler über den Schulalltag Luft machen. Blöd nur, wenn sie die Lehrerin beleidigen und die Schule das mi...
Weiterlesen...
Fahrtvermittlungsdienst: Berlin verbietet Uber, Uber wehrt sich vor Gericht Nachdem Uber bereits in Hamburg verboten wurde, droht dem Fahrdienst nun auch in Berlin rechtlicher Ärger. Die Stadt Berlin hat den Dienst verboten. Per Eilan...
Weiterlesen...
LG Leipzig: YouTube muss illegale Fernsehmittschnitte löschen Auf der Videoplattform finden sich so einige Fernsehmitschnitte. Doch nicht alle sind legal. Dass YouTube selbst dafür unter bestimmten Voraussetzungen zur Vera...
 
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

video tutorials teaser

eRecht24-Videos: IT-Recht verständlich

IT-Recht, endlich verständlich: Jetzt können auch Sie Ihre Website einfach und schnell abmahnsicher gestalten, wenn Sie richtig vorgehen!

Mehr Informationen

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support