Instagram: Nutzungsbedingungen werden verbraucherfreundlicher

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Bis Ende des Jahres sollen die AGB der beliebten Foto-App deutschen Gesetzen angepasst werden. Das betrifft vor allem die Nutzungsrechte an Bildern, die Weitergabe von Daten an Werbetreibende und die Austragung von Rechtsstreitigkeiten vor US-Schiedsgerichten. Das Unternehmen aus Kalifornien kommt damit Forderungen deutscher Verbraucherschützer nach. Die Funktionsweise der Social-Media-Plattform wird dadurch nicht eingeschränkt.

App dürfte Nutzerfotos für Werbezwecke verkaufen

Das überraschte selbst die Anwälte: Ganz anders als der Mutterkonzern Facebook hat Instagram prompt auf die Abmahnung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes vzbv reagiert und eine Unterlassungserklärung für sämtliche 18 beanstandeten Klauseln aus ihrer Nutzungsvereinbarung abgegeben. Bisher sollte nach der Instagram-Datenschutzrichtlinie für die 15 Millionen Nutzer in Deutschland kalifornisches Verbraucherrecht gelten. Streitigkeiten hätten vor US-Schiedsgerichten ausgetragen werden müssen. Daneben verletzten die AGB auch das Urheberrecht. So übertrugen die Account-Inhaber weitreichende Nutzungsrechte eingestellter Fotos und Filme an Instagram. Sie ermöglichten dadurch sogar die Verwendung von Accountfotos, Likes und Nutzernamen für Promotions- und Werbezwecke.

Rechteverletzungen im Kleingedruckten

Auch beim Datenschutz ließen die Richtlinien zu wünschen übrig. Wie viele andere Apps nahm Instagram sich das Recht, personenbezogene Informationen an Werbepartner weiterzugeben. Fotos, Videos und sogar komplette Profile konnten ohne weitere Angabe von Gründen gesperrt werden. Das Unternehmen selbst dagegen sicherte bei Vertragsverletzungen nur eine sehr eingeschränkte Haftung zu. Dass die vorwiegend jugendlichen Nutzer den Bedingungen überhaupt zustimmten, lag nach Ansicht von Verbraucherschützern nicht nur an der großen Beliebtheit der App. Ebenso relevant sei, dass Kunden die AGB in den meisten Fällen ungelesen bestätigten. Nun wird unter anderem festgeschrieben, dass bei gerichtlichen Auseinandersetzungen das Recht des Wohnortes gilt. Funktion und Nutzungsmöglichkeiten ändern sich durch die neuen AGB nicht.

Fazit:

Der zunehmende Druck von EU-Kommission und Datenschutzverbänden auf riesige Internetkonzerne scheint langsam Wirkung zu zeigen. Mit Instagram hat erstmals ein derartiges Unternehmen umgehend reagiert und Änderungen angekündigt. Ob die Geschäftsvereinbarungen der App künftig tatsächlich deutschen Gesetzen genügen, werden die Datenschützer Anfang kommenden Jahres überprüfen.

 

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Hotelbewertungen: Haftet „HolidayCheck“ für falsche Bewertungen der Nutzer? Im Internet lassen sich viele Bewertungsportale finden, die sich mit Urlaubsreisen befassen. Für den Nutzer nicht erkennbar ist jedoch, ob die Bewertungen imm...
Weiterlesen...
Onlineplattform Wish sperrt Kunden aus Als Online-Marktplatz hat sich die Plattform Wish in den letzten Jahren als E-Commerce-Unternehmen einen Namen gemacht. Kunden können sich hier auch exklusive W...
Weiterlesen...
Influencer-Studie: Jeder Fünfte lässt sich von Internet-Stars beeinflussen Das Marketing mit Instagrammern und YouTubern zahlt sich für Unternehmen aus. Vor allem junge Leute unter 24 Jahren kaufen immer häufiger Marken und Produkte, d...
Weiterlesen...
Manipulationsverdacht: Jameda muss gelöschte Bewertungen nicht wieder herstellen Ein Kieler Zahnarzt ist mit seiner Klage gegen ein großes Ärzteportal gescheitert. Nach Darstellung des Mediziners hatte jameda positive Bewertungen für seine P...
Weiterlesen...
Moderne Hobbies: Zerstörung beim Geocaching – kann Schadensersatz verlangt werden? Das neuartige Hobby „Geocaching“ erobert die Republik. Allerdings birgt die Freizeitbeschäftigung auch einige rechtliche Risiken. Das Landgericht Heidelberg hat...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support