Deepfakes: So können sich Betroffene wehren

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Nicolas Cage als Captain Picard oder die Ex-Freundin im Porno-Techtelmechtel: Deepfakes lassen Realität und Fiktion verschmelzen wie nie zuvor. Wie vertragen sich die neuen technischen Möglichkeiten jedoch mit dem Gesetz? Sind Deepfakes zulässig? Und was können Betroffene tun?

Was sind Deepfakes?

Bisher war es Hollywood vorbehalten, Gesichter digital in Schauspieler zu setzen. Mit der neuen, auf künstlicher Intelligenz basierenden App „FakeApp“ kann das jetzt jeder User. Vereinfacht gesagt funktioniert das so: User müssen ausreichend Bildmaterial der gewünschten Person in der App unterbringen. Das Programm identifiziert dieses Gesicht und ersetzt das im Videoclip. Das Resultat: Ein neues Gesicht auf einem Filmcharakter, dessen Mimik nicht vom Original zu unterscheiden ist.

So nutzen Filmfans Deepfakes

Die neue Technik nutzen derzeit vor allem Filmfans, um beliebte Charaktere durch sich selbst oder andere Schauspieler zu ersetzen. So spielt Nicolas Cage plötzlich in Star Trek oder sitzt im Körper von Amy Adams.

Plötzlich Pornodarsteller

Neben diesen durchaus komischen „Faceswaps“ finden sich Hollywoodstars jedoch auch ungewollt in diversen Pornos wieder. So mussten unter anderem bereits Emma Watson, Angelina Jolie, Scarlett Johansson und Natalie Portman ihr Gesicht für pornografische Inhalte herhalten. Dabei dürfte es jedoch nicht bleiben: Neben Hollywoodsternchen dürften sich bald auch Ex-Freundinnen in Rache-Pornos wiederfinden.

Deepfakes heben Fake News auf ein neues Level

Diese Form der Videomanipulation hebt das Potenzial für Fake News auf ein neues Level. Denn: Falschnachrichten könnten so nicht mehr nur auf Textmeldungen beschränkt sein, sondern sich auch in Videos wiederfinden. Insbesondere im Zusammenspiel mit einer von einer KI erstellten Stimmenimitation dürften Fake-Videoclips nicht mehr als Fake zu enttarnen sein.

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Sind Deepfakes rechtlich erlaubt?

Ob als Falschmeldung, Racheakt oder Belustigung – Deepfakes können verschiedene Rechte verletzen. Hierbei kommt es auf den Einzelfall an. Finden sich Exfreundinnen plötzlich in einem Porno im Netz wieder, ist das Recht am eigenen Bild verletzt. Das Kunsturheberrechtsgesetz (KunstUrhG) verbietet es, Bilder einer Person ohne dessen Einwilligung zu verwenden. Darüber hinaus könnte auch das Persönlichkeitsrecht aus dem Grundgesetz (GG) der Person verletzt sein, da die Montage die persönliche Ehre angreift.

Das können Betroffene bei Deepfakes tun

Finden sich Betroffene in ungewollten Videos wieder, sollten sie zunächst die Weiterverbreitung verhindern. In sozialen Netzwerken ist das für sie noch am leichtesten. Telemediengesetz (TMG) und Netzdurchsetzungsgesetz (NetzDG) sorgen dafür, dass die Plattformen rechtsverletzenden Content schnell überprüfen und bei Bedarf löschen müssen. Auch mit einer Beschwerde bei Google können Nutzer oftmals rechtsverletzende Links entfernen lassen.

Opfer von Rachepornos können zivilrechtlich eine einstweilige Verfügung und eine Klage gegen den Veröffentlichenden erwirken. Hier sind dann auch Schadensersatzansprüche in Form eines Schmerzensgeldes möglich, wenn das Persönlichkeitsrecht besonders schwer verletzt wurde. Daneben bestehen auch Ansprüche gegen alle User, die das Video verbreitet haben. Wussten diese, dass das Video Rechte verletzt, können Betroffene auch hier Schadensersatz geltend machen. Strafrechtlich können sie den Videoersteller wegen Beleidigung, Verleumdung oder übler Nachrede sowie wegen eines Verstoßes gegen das KunstUrhG anzeigen.

Zu guter Letzt können Deepfakes auch für eine bereits vielfach bekannte Rechteverletzung sorgen: Die Urheber der Original-Videos können wegen einer Urheberrechtsverletzung beim Fakeersteller Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche geltend machen. Ist das Werk besonders entstellt, könnten hier auch die Urheberpersönlichkeitsrechte verletzt sein.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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