Google Drive: Mitarbeiter kontrollieren Cloud-Inhalte der Nutzer

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In mindestens sechs Fällen sind Fotos und Videos aus den Ordnern der Cloud gesperrt worden. Allen gemeinsam: Es handelt sich um pornografische Aufnahmen, mit denen die Inhaber ihren Lebensunterhalt verdienen. Auf Nachfrage verweist Google lediglich auf seine Richtlinien: Sexuell eindeutige Inhalte sind auf Drive nicht erlaubt. Dass diese Regel eingehalten wird, sichern nicht nur Algorithmen, sondern auch manuelle Überprüfungen durch Mitarbeiter.

Bezahlte Inhalte können nicht geöffnet werden

Es ist leicht weit verbreitet, leicht zu bedienen und bis zu einer Größe von 15 Gigabyte kostenlos. Über Google Drive können Dokumente, Fotos, Videos und viele weitere Dateien mit anderen geteilt werden – auf Windows oder macOS, auf Android oder iOS. Auch im Sexgewerbe wird das Angebot seit Jahren genutzt. Nun allerdings blockiert Google plötzlich pornografische Inhalte: Auf persönlichen Konten gespeicherte Videos sind von den Besitzern nicht mehr abrufbar; Kunden können die gekauften Dateien nicht öffnen. Betroffen sind sowohl kostenlose als auch bezahlte Accounts. Schnell verbreitete sich die Nachricht auf Twitter: Pornodarsteller und andere Sexarbeiter benötigen alternative Dienste zum Speichern und Weitergeben ihrer Aufnahmen.

Durchsuchen Google-Mitarbeiter die Drive-Dateien?

Dabei überrascht weniger, dass Google die Verbreitung pornografischer Inhalte blockiert – obwohl dagegen jahrelang nicht vorgegangen wurde. Völlig neu allerdings dürfte den meisten Nutzern sein, dass sogar die persönlichen Speicherinhalte überwacht werden. Und dabei verlässt sich das Unternehmen nicht nur auf die computergesteuerte Kontrolle. Ausdrücklich werden auch manuelle Prüfungen durch Mitarbeiter als Möglichkeit genannt.

Selbstzensur aus Angst vor Strafe?

Hintergrund für das rigorose Vorgehen könnte ein Gesetzespaket sein, das in den USA kürzlich verabschiedet wurde. Es soll Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung verhindern. Dazu macht es auch Internetplattformen haftbar: dann nämlich, wenn Nutzer dort Werbung für Menschenhandel veröffentlichen. Die Folge könnte sein, dass Anbieter vorsichtshalber großzügig löschen oder blockieren, um nicht juristisch belangt zu werden

Fazit:

Kunden erhalten gekaufte Videos nicht, und Produzenten und Darsteller können ihre abgespeicherten Aufnahmen nicht mehr herunterladen. Mit seiner Blockade von Drive-Dateien hat Google ohne Vorwarnung Sexarbeiter in den USA in Schwierigkeiten gebracht. Aber auch für Nichtbetroffene bleiben Fragen. Wenn Fotos und Videos im eigenen Account möglicherweise von Kontrolleuren durchsucht werden, mag sich mancher lieber für andere Speichermöglichkeiten entscheiden.

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Kommentare  
Marco Uras
+1 # Marco Uras 07.04.2018, 10:03 Uhr
ja, das ist schon krass, was passieren kann, wenn man die Kontrolle abgibt. Google bietet zwar hervorragende Dienste, aber wehe wenn Anwender gegen Richtlinien verstoßen. Das kann ganz schnell gehen, dann steht man da mit nichts. Also darauf verlassen sollte sich keiner, dass in der Cloud alles sicher ist, selbst wenn betont wird, das verschlüsselt übertragen wird und Daten verschlüsselt auf den Servern liegen um sie vor Zugriff von Regierungsbehörden zu schützen. Verschlüsselt nutzt nichts, wenn man nicht selbst den Schlüssel hat.
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