Fake News: Diese Maßnahmen fordert die EU-Kommission

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Fake News sind ein weiter wachsendes Problem unserer Medienwelt. Eine Expertengruppe der EU-Kommission hat daher jetzt verschiedene Maßnahmen gefordert, um falsche Meldungen und Lügen schneller identifizieren und eindämmen zu können. Wie sollen diese Maßnahmen aussehen?

So glaubwürdig sind unsere Medien

Eine aktuelle Eurobarometer-Umfrage hat herausgefunden: 83 Prozent der EU-Bürger sehen Fake News als Gefahr für die Demokratie. Bisher vertrauen sie vor allem auf das Radio (70 Prozent) und das Fernsehen (66 Prozent), um an verlässliche Informationen zu gelangen. Auch die Printmedien gelten nach wie vor als glaubwürdig, wie 63 Prozent finden. Fragwürdig stufen viele Bürger Nachrichten- und Videoportale im Web ein. Nur gut ein Viertel der Befragten empfindet diese als glaubhaft.

Diese Gefahren sieht die EU-Kommission

Um die Glaubwürdigkeit von Meldungen wieder zu steigern, hat die EU-Kommission Anfang des Jahres eine Expertengruppe ins Leben gerufen. Vertreter von Social-Media-Plattformen, zivilgesellschaftlichen Vereinigungen, Medienorganisationen und Fachleuten aus Journalismus und Wirtschaft sehen in Fake News eine Gefahr für Demokratie, Wissenschaft, Bildung, Finanzen und Gesundheit.

Das fordert die EU-Kommission 

Die Expertengruppe fordert zunächst einmal, den Begriff „Fake News“ durch „Desinformation“ zu ersetzen. Letzteres bringe das komplexe Problemfeld besser auf den Punkt. Daneben will das Gremium wichtige Interessenträger einbeziehen und über verschiedene Maßnahmen Falschmeldungen effektiver bekämpfen. Dabei stehen vor allem drei breite Maßnahmen im Fokus:

1. Funktionsweise von Algorithmen offenlegen

Die Expertengruppe fordert Online-Plattformen und soziale Netzwerke auf, die Funktionsweise ihrer Algorithmen, die die Beitragsauswahl und -anzeige bestimmen, offen zu legen. Auf diese Weise sollen User besser verstehen können, warum ihnen welche Nachrichten angezeigt werden. Das soll die Transparenz im digitalen Informationssystem steigern.

2. Informationsbestände öffnen

Darüber hinaus fordert das Expertengremium von Plattformbetreibern, ihre Informationen für unabhängige Untersuchungen zu öffnen. Auf diese Weise könne die EU dafür sorgen, dass User wieder über einen besseren Zugang zu authentischen Informationsquellen im Web verfügen. Öffnen Portale ihren Content-Bestand, könnten sie zusammen mit „Faktencheckern“ und Nachrichtenprüfern Meldungen, Bilder und Videos schnell analysieren und auf ihre Echtheit hin überprüfen.

3. Medienkompetenz fördern

Auch die User selbst stehen im Fokus der Expertengruppe. So wollen sie die Medienkompetenz der Nutzer – insbesondere auch im Hinblick auf neue Medientechnologien – fördern.

Fazit

Ein Zusammenwirken von Wirtschaft und Politik könnte genau den Erfolg bringen, den die EU-Kommission vor Augen hat: ein Web mit weniger Desinformation. Erste Ergebnisse will die Expertengruppe vor der Sommerpause präsentieren.

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Kommentare  
Jens Müller
+1 # Jens Müller 13.04.2018, 12:56 Uhr
Gibt es eine Quelle für die aufgeführte Umfrage?
LG
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