Partnersuche im Netz: Schlechte Noten für Dating-Portale

(2 Bewertungen, 5.00 von 5)

Intransparente Preise, abrupte Wechsel vom Probeabo in den Bezahlmodus und hohe Kosten beim Vertragswiderruf – die Verbraucherzentrale Bayern hält Online-Dating-Portale für wenig vertrauenswürdig. Lassen sich Kunden auch noch auf das Bezahlen mit Coins für erotische Live-Chats vor der Kamera ein, sind sie der Willkür der Anbieter vollends ausgeliefert, so eine Studie. Keine der 26 untersuchten Vermittlungsplattformen konnte die Verbraucherschützer wirklich überzeugen.

Hauptkritikpunkt: Undurchsichtige Preise

Wenn man der Werbung glauben darf, dann verliebt sich alle paar Sekunden ein Single auf einem Online-Dating-Portal. Die Verbraucherzentrale Bayern registriert dagegen eine Vielzahl von Kunden, die sich von den Partnervermittlungen über den Tisch gezogen fühlen. Drei Monate lang führten die Marktwächter ausführliche Gespräche mit Betroffenen und ergänzten sie durch eigene Untersuchungen. Dabei wurde deutlich, dass den Nutzern der Portale beim Abschließen einer Mitgliedschaft nur selten klar ist, welche Kosten tatsächlich abgerechnet werden.

Hohe Hürden für Widerruf

Das fängt schon beim ersten Überblick über das Angebot an. Den erhalten Interessierte nämlich erst, wenn sie sich unter Preisgabe vieler sensibler Daten angemeldet haben. Und selbst dann bleiben Fragen offen. Insbesondere die Möglichkeit eines Widerrufs der Mitgliedschaft und die dadurch entstehenden Kosten sind gar nicht oder nur unzureichend aufgeführt. Will sich ein Abonnent nach kurzer Zeit aus dem Portal zurückziehen, zahlt er meist einen unverhältnismäßig hohen Preis.

Überraschende Umwandlung von Probe-Abos

Und ein Widerruf kommt bei den Online-Agenturen häufig vor, so die Verbraucherzentrale Bayern. Der Grund: Viele Partnersuchende wissen gar nicht, wann und wieso eine testweise abgeschlossene Probe-Mitgliedschaft in einen festen Vertrag mit regelmäßigen Kosten übergeht. Ausreichende Informationen? Fehlanzeige.

Finger weg von Coin-Modellen

Ganz besonders warnt die Verbraucherzentrale vor Verträgen, bei denen in Kryptowährungen abgerechnet wird. Diese Praxis findet sich vor allem bei Erotik-Portalen, die sogenannte Live-Cam-Chats anbieten, intime Paargespräche am Bildschirm also. Da hier in der Regel nur Paketpreise angegeben sind, können Kunden die Kosten für einzelne Leistungen nicht nachvollziehen. Nach Einschätzung der Marktwächter werden die Coins willkürlich ohne jegliche Kontrollmöglichkeit abgebucht.

Fazit

Die Partnersuche im Internet ist selbstverständlich geworden. Zahlreiche Beschwerden von verärgerten Interessenten und eine Studie der Verbraucherzentrale zeigen aber deutliche Lücken bei Transparenz und Preisgestaltung. Da kein einziger der getesteten Anbieter wirklich überzeugte, sollten Kunden besondere Vorsicht walten lassen. Und zwar auch schon beim Abschluss einer Probe-Mitgliedschaft.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Captcha Aktualisieren
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Facebooks Libra: Im Fokus der EU-Kommission? Facebooks Libra sorgt weiter für Unruhe. Die digitale Währung hatte in den letzten Wochen viel Gegenwind von Politikern erhalten. Diese bezeichneten sie als Her...
Weiterlesen...
Datenschutz: Verbraucherzentrale verklagt Facebook wegen „Freundefinder“ Nachdem Facebook eine Abmahnung des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv) ignoriert hat, geht die Verbraucherzentrale nun gerichtlich gegen das sozi...
Weiterlesen...
Ärzteportale: Freie Meinungsäußerung nur bei nachgewiesener Behandlung Schon wenige Patientenberichte können das Vertrauen in eine Praxis erhöhen oder infrage stellen. Kein Wunder, dass solche Bewertungen auf einschlägigen Internet...
Weiterlesen...
Fake News: Twitter stoppt Anzeigen mit politischen Inhalten Ziemlich genau ein Jahr vor den amerikanischen Präsidentschaftswahlen hat Twitter-Chef Jack Dorsey bekannt gegeben, weltweit keine politische Werbung mehr auf d...
Weiterlesen...
WhatsApp: Wie viel Schmerzensgeld können Betroffene für die Verbreitung von Nacktfotos verlangen? Intime Bilder dürfen ohne die Erlaubnis der auf den Fotos gezeigten Person nicht verbreitet werden. Das Landgericht Frankfurt am Main musste sich fragen, wie ...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support