#HateSearch: NGO kritisiert Diskriminierung durch Googles Autovervollständigung

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Soldaten sind Mörder, Chinesen sind widerlich, Migration ist Völkermord - solche und ähnliche Vorschläge liefert die weltgrößte Suchmaschine bei der Recherche einzelner Begriffe. Mehrfach wurde der Konzern bereits verklagt, weil seine Autocomplete-Funktion auch die Namen von Personen oder Unternehmen in einen negativen Zusammenhang stellte. Eine neue Studie dokumentiert nun die Diskriminierung von Bevölkerungsgruppen durch die Google-Suche.

Studie: Algorithmus schürt Vorurteile

Eigentlich soll die Autovervollständigung das riesige Angebot an Informationen im World Wide Web strukturieren. Wer gar nicht weiß, wie ein Begriff einzuordnen ist, kann sich zunächst einmal an den Suchvorschlägen orientieren. Doch genau hier sieht die Hamburger Organisation Goliathwatch die Gefahr. Denn ihre Untersuchung von Eingaben in die Google-Maske zeigt, dass angebotene Ergebnisse systematisch Menschen und Gesellschaftsgruppen herabsetzen.

„Peruaner sind... dumm“ und „Frauen dürfen… nicht wählen“

Die Untersuchung des gemeinnützigen Vereins zur Stärkung der Demokratie liefert jede Menge Belege. Die Eingabe „Klimawandel ist“ ergänzt Google beispielsweise mit „eine Erfindung der Chinesen“. Auf „Behinderte dürfen“ folgen die Vorschläge „nicht wählen“, „nicht heiraten“ und „keine Kinder bekommen“. Und wer Informationen zur deutschen Bundeskanzlerin benötigt, findet über Autocomplete Suchsätze wie „Merkel ist Volksverhetzerin“. Das Muster ist laut Goliathwatch immer gleich: Die Kombination einer bestimmten Gruppe – zum Beispiel Männer, Frauen, Homosexuelle, Türken - mit einem Verb wie „müssen, dürfen, sind, können“ erzeugt herabsetzende Aussagen. Problematisch ist dieser Automatismus vor allem deswegen, weil viele Nutzer die Google-Vorschläge für wahre Aussagen halten und in ihre Suche übernehmen.

Google reagiert nur auf gerichtliche Anordnung

Der Konzern, der inzwischen Alphabet heißt, kennt das Problem seit Langem. Weltweit klagten immer wieder Personen gegen Vorschläge der Suchmaschine, die ihre Persönlichkeitsrechte verletzten. Zwar mussten daraufhin die beanstandeten Wortkombinationen aus der Vervollständigungsfunktion gelöscht werden. Eine redaktionelle Überprüfung des Systems oder einen Verzicht auf Autocomplete allerdings lehnten die Kalifornier bisher ab.

Fazit

Laut Google bekommen Nutzer individuell unterschiedliche Suchvorschläge angezeigt. Das liegt unter anderem daran, dass der Algorithmus persönliche Interessen und Vorlieben berücksichtigt. Schließlich sollen jedem Nutzer die passenden Werbeanzeigen präsentiert werden. Die Organisation Goliathwatch fordert jetzt wieder einmal, die Einstellungen den Grundsätzen der Demokratie anzupassen. Und nicht denen der Anzeigenkunden.

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