Netflix & Co.: Europa-Quote für Streamingdienste

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Der Schutz der kulturellen Vielfalt in Europa soll auch bei Streamingdiensten gewährleistet sein: Daher hat das EU-Parlament nun beschlossen, dass künftig mindestens 30 Prozent der Inhalte auf Streaming-Diensten wie Netflix und Amazon Prime Video aus Europa stammen sollen. Der Beschluss muss nun noch durch die EU-Mitgliedsstaaten bestätigt werden – eine Umsetzung erfolgt dann innerhalb von zwei Jahren.

Europäische Projekte könnten mehr gefördert werden

Die Regelung eröffnet Produktionen in Europa nicht nur Einschaltgarantien über Streamingdienste, sondern auch die Möglichkeit einer verstärkten Förderung: Die beschlossene Quote soll nämlich auch dazu dienen, von den Video-on-Demand-Plattformen eine Mitfinanzierung einzufordern.

Der europäische Gesetzgeber geht hierbei mit der Zeit, denn durch die Digitalisierung sind moderne Formate nach wie vor auf dem Vormarsch. Die europäische Nachfrage soll daher auch mit regionalen Angeboten befriedigt werden – zudem will man in Straßburg ebenso die kulturelle Diversität unterstützt wissen.

Übrigens soll es nicht ausreichen, dass Streamingdienste europäische Produktionen lediglich anbieten – aber diese im Programm so unterbringen, dass sie nur schwer gefunden werden können. Die Richtlinie verlangt vielmehr, dass diese Angebote so platziert werden, dass der User sie leicht findet – also genau so gut wie Produktionen aus Hollywood & Co.

Richtlinie betrifft nicht nur Streamingdienste, sondern auch Influencer

Die Regelung soll nicht nur die Angebote im Video-on-Demand-Bereich stärker in Richtung regionale Projekte lenken – auch bei nutzergenerierten Inhalten wie Facebook oder Instagram soll zukünftig insgesamt eine stärkere Regulierung stattfinden. So müssen sogenannte Influencer in Zukunft kommerzielle Beiträge und Videos deutlich als Werbung kennzeichnen und ebenso Hinweise anbringen, dass Produkte zum Beispiel von Werbepartnern bzw. Sponsoren zur Verfügung gestellt wurden. Gerade in der letzten Zeit gab es hier zahlreiche gerichtliche Auseinandersetzungen, die das Influencer-Marketing insgesamt ins Wanken gebracht hatten – inklusive regelrechter Abmahnwellen und Geldstrafen.

Fazit

Was nach bürokratischem Regulierungswahn klingt, wird sich in der Praxis realistisch nicht negativ auf das Angebot der großen Streaminganbieter auswirken: So stammen lt. Studien bereits jetzt rund 25 Prozent der Angebote aus europäischen Produktionen und Projekten. Zudem müssen die europäischen Angebote nicht selbst produziert werden: Um die Europa-Quote zu erfüllen, reicht es auch aus, dass Streaminganbieter die Rechte an bereits vorhandenen Filmen, Serien oder Dokumentationen erwerben, um diese dann im Rahmen des regulären Programms anzubieten.

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