Bird Box und Tide Pod: YouTube verbietet Videos gefährlicher Challenges

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Ein Netflix-Thriller hat zum Jahreswechsel einen fragwürdigen Social-Media-Trend ausgelöst. Wie in dem Horror-Film versuchen Menschen, sich mit verbundenen Augen in ihrem Umfeld zu bewegen. Aufnahmen davon stellen sie ins Internet und motivieren so Nachahmer. Nachdem eine Autofahrerin einen Unfall durch die Bird-Box-Challenge verursacht hat, zieht die Video-Plattform YouTube Konsequenzen.

Bitte nicht zuhause nachmachen

Vor rund einem Jahr mussten wegen einer anderen Mutprobe zig US-amerikanische Jugendliche in der Notaufnahme behandelt werden. Vor den Kameras ihrer Smartphones hatten sie mit Gel gefüllte Waschmittelkapseln gegessen und teilweise lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Schon damals reagierte YouTube mit dem Löschen entsprechender Videos und verwies auf seine Richtlinien. Aktivitäten, die zu Verletzungen oder Gesundheitsschäden führen, dürfen danach nicht gezeigt werden. Dass solche Vorgaben von vielen Usern ignoriert werden, zeigen die aktuellen Aufnahmen der viral gehenden Bird-Box-Challenge.

Mit Mütze vorm Gesicht auf die Gegenfahrbahn

Wer den Blick der Geisterwesen in Bird Box auffängt, macht seinem Leben ein Ende. Hauptdarstellerin Sandra Bullock versucht deshalb, sich und ihre Kinder mit verbundenen Augen aus dem Endzeit-Szenario zu retten. Entsprechend viele Eltern filmen nun, wie sie sich mit dem Nachwuchs an der Hand blind durch ihren Alltag tasten. Viele der Clips enden mit dem Gelächter der Darsteller. Die Risiken zeigt spätestens jetzt der Fall einer 17-Jährigen aus der US-Kleinstadt Layton. Die Mütze vor den Augen fuhr sie erst in ein entgegenkommendes Fahrzeug und dann gegen eine Laterne. Obwohl bei dem Unfall nur Sachschaden entstand, will YouTube nun handeln. Indem entsprechende Videos systematisch gelöscht werden, soll der Challenge die Grundlage entzogen werden.

Es drohen Strikes und Nutzersperren

Deshalb legt die Google-Tochter noch einmal fest, welche Inhalte unerwünscht sind. Dazu gehören sogenannte Herausforderungen, bei denen die Teilnehmer ihre Gesundheit gefährden. Aber auch für Pranks gelten nun strengere Regeln. So dürfen keine Videos mehr gezeigt werden, deren Opfer sich tatsächlich in Gefahr fühlen. Tabu sind außerdem Streiche, bei denen Kindern emotionaler Stress verursacht wird. Wie schon bisher untersagt das Videoportal Aufrufe zu Gewalt oder Hassrede. In den kommenden zwei Monaten gilt noch eine Schonfrist, damit YouTuber ihre Kanäle säubern können. Danach will die Plattform auch Verwarnungen aussprechen und im Wiederholungsfall Konten sperren.

Fazit

Die sozialen Medien führen zahlreiche Nutzer zu teilweise höchst riskanten Aktionen, mit denen sie sich und andere gefährden. Um den Nachahmer-Effekt einzuschränken, will YouTube entsprechende Clips nun konsequent löschen. Im ersten Schritt wurden die Community-Richtlinien klarer ausformuliert. Künftig soll auch mit Sanktionen bestraft werden. Ob gefährliche Pranks und Challenges so tatsächlich aus dem Netz beseitigt werden können, bleibt abzuwarten.

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