Influencer: Sind unbezahlte Posts keine Werbung?

(2 Bewertungen, 5.00 von 5)

Immer wieder landen Influencer vor Gericht, weil sie einen bezahlten Post nicht als Werbung gekennzeichnet haben. Die rechtlichen Vorgaben sind dabei mittlerweile klar: Erhalten Influencer für einen Post Geld oder eine andere Gegenleistung, müssen sie diesen als Werbung ausweisen. Was ist aber, wenn Influencer ganz ohne Gegenleistung Werbung für Produkte machen? Der Fall Cathy Hummels wird in diesem Kontext bald für Klarheit sorgen.

So machte Cathy Hummels Werbung auf Instagram

Cathy Hummels hatte in gut einem Dutzend Instagram-Posts die Hersteller ihrer Schuhe und Bekleidung genannt und diese verlinkt. Sie hatte diese Posts jedoch nicht als Werbung gekennzeichnet. Zum Vergleich: Die Beiträge, in denen sie Produkte von Unternehmen nennt, mit denen sie einen Werbevertrag hat, weist sie stets als „bezahlte Partnerschaft“ aus.

So sieht Cathy Hummels ihre Posts

Cathy Hummels ist sich keiner Schuld bewusst. Sie habe für keine der kritisierten Beiträge Geld erhalten. Sie gab an, ehrlich und transparent zu arbeiten. Daher sei sie der Meinung, dass sie Posts nicht kennzeichnen muss, wenn sie dafür keine Gegenleistung erhält.

So sieht der Verband Sozialer Wettbewerb die Posts

Der Verband Sozialer Wettbewerb wirft Cathy Hummels unerlaubte Werbung vor. Daher landete der Fall jetzt vor dem Landgericht München. Der Verband ist bekannt für seine Abmahnungen gegen Influencer und ist aktuell in Rechtsstreitigkeiten mit mehreren Influencern verwickelt.

Das sagt die Richterin zum Fall Cathy Hummels

Die vorsitzende Richterin ließ in der Verhandlung vor dem Landgericht München durchblicken, dass sie von der Argumentation des Verbandes nicht überzeugt ist. Dazu verwies sie darauf, dass Followern bewusst sei, dass der Account von Cathy Hummels nicht privat, sondern kommerziell sei. Denn: Es sei klar, dass Hummels nicht mit 465.000 Menschen befreundet sei.

Darüber hinaus verwies die Richterin darauf, dass traditionelle Medien Produktnamen nennen dürfen, ohne die Beiträge als Werbung ausweisen zu müssen. Als Beispiel nannte sie „Brigitte Online“. Cathy Hummels griff diesen Gedanken auf und gab nach der Verhandlung an, sich als Frauenzeitschrift zu sehen.

Fazit

Am 29. April 2019 haben Influencer mehr Klarheit. Dann entscheidet das Gericht, ob Influencer ihre Posts auch als Werbung kennzeichnen müssen, wenn sie dafür keine Gegenleistung erhalten.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Online-Forum: Dürfen Plattform-Betreiber unerwünschte Nutzer einfach sperren? Beleidigungen, Bedrohungen und anstößige Äußerungen – Immer wieder kommt es in Online-Foren zu Problemen. Doch kann der Betreiber eines Forums eigentlich unerwü...
Weiterlesen...
Dropbox: Webdienst sperrt Sharing-Funktion Nun betrifft das Urheberrecht auch den Cloudservice Dropbox, wie der Journalist und Autor Mario Sixtus feststellen musste. Er berichtet über Twitter, dass ihm a...
Weiterlesen...
Hotelbewertungen: Haftet „HolidayCheck“ für falsche Bewertungen der Nutzer? Im Internet lassen sich viele Bewertungsportale finden, die sich mit Urlaubsreisen befassen. Für den Nutzer nicht erkennbar ist jedoch, ob die Bewertungen imm...
Weiterlesen...
WhatsApp: Weiterleiten von Nacktfotos verletzt Persönlichkeitsrecht Beim Teilen privater Aufnahmen in den sozialen Medien ist allergrößte Vorsicht geboten. Das gilt auch für das Verschicken per Messenger. Denn ist ein Bild erst ...
Weiterlesen...
Netzwerkdurchsetzungsgesetz: Diese Bußgelder drohen Facebook und Co. Seit knapp vier Monaten gilt das Netzwerkdurchsetzungsgesetz.  Jetzt hat das Bundesjustizministerium die Bußgeldleitlinien dazu veröffentlicht. Welche Geld...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support