Influencer: Sind unbezahlte Posts keine Werbung?

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Immer wieder landen Influencer vor Gericht, weil sie einen bezahlten Post nicht als Werbung gekennzeichnet haben. Die rechtlichen Vorgaben sind dabei mittlerweile klar: Erhalten Influencer für einen Post Geld oder eine andere Gegenleistung, müssen sie diesen als Werbung ausweisen. Was ist aber, wenn Influencer ganz ohne Gegenleistung Werbung für Produkte machen? Der Fall Cathy Hummels wird in diesem Kontext bald für Klarheit sorgen.

So machte Cathy Hummels Werbung auf Instagram

Cathy Hummels hatte in gut einem Dutzend Instagram-Posts die Hersteller ihrer Schuhe und Bekleidung genannt und diese verlinkt. Sie hatte diese Posts jedoch nicht als Werbung gekennzeichnet. Zum Vergleich: Die Beiträge, in denen sie Produkte von Unternehmen nennt, mit denen sie einen Werbevertrag hat, weist sie stets als „bezahlte Partnerschaft“ aus.

So sieht Cathy Hummels ihre Posts

Cathy Hummels ist sich keiner Schuld bewusst. Sie habe für keine der kritisierten Beiträge Geld erhalten. Sie gab an, ehrlich und transparent zu arbeiten. Daher sei sie der Meinung, dass sie Posts nicht kennzeichnen muss, wenn sie dafür keine Gegenleistung erhält.

So sieht der Verband Sozialer Wettbewerb die Posts

Der Verband Sozialer Wettbewerb wirft Cathy Hummels unerlaubte Werbung vor. Daher landete der Fall jetzt vor dem Landgericht München. Der Verband ist bekannt für seine Abmahnungen gegen Influencer und ist aktuell in Rechtsstreitigkeiten mit mehreren Influencern verwickelt.

Das sagt die Richterin zum Fall Cathy Hummels

Die vorsitzende Richterin ließ in der Verhandlung vor dem Landgericht München durchblicken, dass sie von der Argumentation des Verbandes nicht überzeugt ist. Dazu verwies sie darauf, dass Followern bewusst sei, dass der Account von Cathy Hummels nicht privat, sondern kommerziell sei. Denn: Es sei klar, dass Hummels nicht mit 465.000 Menschen befreundet sei.

Darüber hinaus verwies die Richterin darauf, dass traditionelle Medien Produktnamen nennen dürfen, ohne die Beiträge als Werbung ausweisen zu müssen. Als Beispiel nannte sie „Brigitte Online“. Cathy Hummels griff diesen Gedanken auf und gab nach der Verhandlung an, sich als Frauenzeitschrift zu sehen.

Fazit

Am 29. April 2019 haben Influencer mehr Klarheit. Dann entscheidet das Gericht, ob Influencer ihre Posts auch als Werbung kennzeichnen müssen, wenn sie dafür keine Gegenleistung erhalten.

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