Influencer: Unbezahlte Produkt-Posts sind als Werbung zu kennzeichnen

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Nach Cathy Hummels und Vreni Frost musste sich nun auch Instagrammerin Pamela Reif vor Gericht verantworten. Wieder einmal ging es um den Vorwurf der Schleichwerbung, in diesem Fall durch das Verlinken von Unternehmen in sogenannten Tap Tags. Nach Ansicht des Gerichts stellen derartige Beiträge immer eine geschäftliche Handlung dar.

Tags werden erst beim Anklicken sichtbar

Pamela im Schnee, Pamela in Paris und Pamela in einer alten Fabrikhalle. Wegen drei Posts hatte der Verein Sozialer Wettbewerb die Fitness-Bloggerin abgemahnt. Denn beim Antippen der Fotos erschienen mehrere Textfelder. Darüber wurden interessierte Follower zu den Instagram-Accounts von Produktherstellern und -anbietern geleitet. Ein Hinweis auf eine bezahlte Partnerschaft oder ein Hashtag #Werbung fehlte allerdings. Pamela Reif rechtfertigte das damit, dass sie für diese Links weder Geld noch sonstige Vergünstigungen erhalten habe. Sie wolle lediglich den Fragen ihrer Follower nach abgebildeten Produkten zuvorkommen. Einem kommerziellen Zweck dienten die Hinweise nicht.

Gericht: Authentisches Image gehört zum Business

Das Landgericht Karlsruhe (Az. 13 O 38/18 KfH) hingegen wertete alle drei Instagram-Beiträge als geschäftliche Handlungen. Durch das Taggen steigerten Influencer den Absatz von Waren oder Dienstleistungen, an denen sie zuvor durch eine attraktive Darstellung Interesse geweckt hätten. Gleichzeitig förderten solche Einträge auch den Unternehmenserfolg der Social-Media-Stars selbst. Durch häufiges Posten gewinne man Anhänger und könne weiterhin Einkünfte durch Produktpräsentationen auf dem eigenen Account erzielen.

Privater Kanal für private Posts?

Dass die Fotos von Skiurlaub oder Parisreise rein privaten Zwecken dienten, ließ das Landgericht nicht gelten. Das Geschäftsmodell von Influencern beruhe ja gerade darauf, Privates und Werbung auf ihren Kanälen zu mischen. Die Darstellung als Mensch und Freundin erhöhe die Glaubwürdigkeit und schaffe die Bindung zur Zielgruppe. Bilder mit betont privatem Charakter gehören demnach zur Imagepflege und verfolgen immer auch geschäftliche Ziele. Wolle Pamela Reif tatsächlich nur als Privatperson posten, könne sie dazu einen eigenes Instagram-Profil eröffnen, so das Gericht. Äußerungen auf ihrem Business-Account hingegen hätten immer auch geschäftlichen Hintergrund.

Fazit

Ob bezahlt oder nicht – die Unternehmenshinweise von Influencern sind nach der Entscheidung des Landgerichts immer eine kommerzielle Handlung. Pamela Reif hat allerdings angekündigt, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.

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