Getarnte Werbung: OLG Frankfurt entscheidet über Aquaristik-Influencer

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Empfehlen Influencer ein Produkt, ohne ihren Post als kommerziell zu kennzeichnen, handelt es sich um verbotene getarnte Werbung. Was ist aber, wenn sich Influencer hauptberuflich mit dem Geschäftsbereich des Produkts beschäftigen? Müssen sie ihre Posts dann als Werbung kenntlich machen? Das hat jetzt das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt entschieden. Worauf müssen Influencer achten?

So hatte ein Influencer Werbung gemacht

Der Influencer gestaltet Aquarienlandschaften und präsentiert in seinem Instagram-Account Aquarien, Aquarienzubehör und Wasserpflanzen. In diesem Rahmen zeigte er Wasserpflanzen einer Firma, für die er den Social-Media-Bereich verantwortet. Dafür verlinkte er die Firma und gezeigte Produkte.

Verein zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs sieht Schleichwerbung

Ein Verein zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs sah in den Posts Schleichwerbung. Denn: Der Influencer kennzeichnete nicht ihren kommerziellen Zweck. Der Verein beantragte daher beim Landgericht (LG) Frankfurt Unterlassung.

OLG Frankfurt: Influencer muss Posts kennzeichnen

In erster Instanz hatte das LG Frankfurt den Antrag des Vereins abgewiesen. Das OLG stufte den Fall jedoch anders ein: Influencer müssen ihre Posts auch als Werbung kennzeichnen, wenn sie sich hauptberuflich mit dem Geschäftsbereich eines Produkts beschäftigen oder geschäftliche Beziehungen zu einem Unternehmen unterhalten, deren Produkte sie empfehlen (Beschluss vom 28.06.2019, Az. 6 W 35/19).

Aus den Umständen hat sich nicht ergeben, dass der Influencer mit seinem Post eine geschäftliche Handlung vornimmt, um den Absatz einer Ware zu fördern. Und: Die Verlinkung der Produkte ist ein starkes Indiz dafür, dass es dem Influencer nicht nur um eine private Meinungsäußerung ging. Er muss daher die Posts, die die Wasserpflanzen der Firma präsentieren, als Werbung kennzeichnen.

Fazit

Das Urteil des OLG Frankfurt zeigt: In der Regel kommen Influencer nicht darum herum, ihre Posts als Werbung zu kennzeichnen. Eine Ausnahme bildete kürzlich ein Urteil des Landgerichts München. Dies entschied, dass Cathy Hummels auf ihrem Instagram-Kanal Posts, für die sie keine Gegenleistung erhält, nicht als Werbung kennzeichnen muss. Das Gericht bestätigte zwar, dass die Einträge einen geschäftlichen Charakter haben. Es hielt eine Kennzeichnung jedoch für überflüssig. Denn: Die 485.000 Follower können erkennen, dass es sich nicht um einen privaten Kanal für Freunde handelt.

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