Support eingestellt: Amazon Dash-Button wird Ende August nutzlos

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Der Markenknopf bleibt funktionsfähig, so hatte der Onlineriese noch im Frühjahr seine Kunden beruhigt. Und das trotz nachlassendem Interesse und gerichtlicher Auseinandersetzungen in Deutschland. Amazon kämpfe weiter für die bequeme Bestellmöglichkeit per Tastendruck, hieß es damals. Kaum ein halbes Jahr später verwandeln sich die streichholzschachtelgroßen Plastiksender nun doch in Elektroschrott.

Überraschende Kehrtwende

Für die schnelle und unkomplizierte Bestellung setzt Amazon künftig vermehrt auf den Sprachassistenten Alexa. Virtuelle Dash-Buttons stehen außerdem immer noch auf der Webseite des Shops zur Verfügung. Schon Ende Februar hatte man keine physischen Exemplare des Knopfes mehr verkauft. Gleichzeitig wurde jedoch betont: Besitzer sollten ihre Dash-Buttons nutzen können, solange sie wollten. Umso überraschender kommt nun die Ankündigung, sämtliche Geräte vom Netz abzuklemmen. Die Begründung: Seit dem Verkaufsstopp sei auch die Nutzung der vorhandenen Knöpfe deutlich zurückgegangen.

Gericht erklärte Bestellmethode für unzulässig

Verbraucherschützer waren in Deutschland schon kurz nach der Einführung gegen die Klebebuttons vorgegangen. Mit Erfolg. Das Oberlandesgericht München (Az. 29 U 1091/18) hatte den Dash-Button im Januar 2019 für rechtswidrig erklärt. Denn beim Auslösen der Bestellung war für Kunden nicht ersichtlich, welches Produkt in welcher Menge und zu welchem Preis sie tatsächlich erhalten würden. Auch die in Deutschland vorgeschriebene sogenannte „Button-Lösung“ war nicht berücksichtigt. Danach muss klar gekennzeichnet sein, wenn durch das Drücken einer Schaltfläche eine kostenpflichtige Bestellung ausgelöst wird. Weil Amazon Rechtsmittel gegen das Urteil einlegte, konnten die Dash-Buttons aber weiterhin genutzt werden.

Klopapier, Druckertinte und Katzenfutter

Der Dash-Button sollte Verbrauchern das regelmäßige Bestellen von Artikeln des täglichen Gebrauchs erleichtern. Und zwar direkt an Ort und Stelle: neben der Waschmaschine, im Bad, am Kühlschrank. Bei der Ersteinrichtung wurde jeder Markenknopf mit einem bestimmten Artikel, einer Packungsgröße und einem Preis verbunden. Laut AGB hatte Amazon aber das Recht, auch „adäquate Ersatzprodukte“ desselben Herstellers zu liefern. Sogar Menge und Preis konnten von den ursprünglich programmierten Angaben abweichen. Zuletzt waren rund 70 verschiedene Markenknöpfe bei Amazon erhältlich gewesen.

Fazit

Rund drei Jahre nach Einführung des Dash-Buttons werden sämtliche Geräte Ende August vom Netz genommen. Angeblich wegen mangelnder Nachfrage. Die war offenbar im Frühjahr noch nicht absehbar. Damals hatte man zwar den Verkauf weiterer Knöpfe gestoppt, aber einen unbefristeten Support für vorhandene Buttons zugesichert. Künftig sollen Kunden über Sprachassistent Alexa oder die Amazon Webseite bestellen.

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