Digitalsteuer in Frankreich: Amazon bittet Marketplace-Händler zur Kasse

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In Frankreich zahlen Unternehmen eine Digitalsteuer. Diese will Amazon dort jedoch nicht übernehmen. Daher bittet der Konzern seine Marketplace-Händler zur Kasse. Warum geht Amazon diesen Schritt? Und wie findet das französische Wirtschaftsministerium das?

Warum hat Frankreich eine Digitalsteuer eingeführt?

Große Firmen wie Amazon, Apple, Facebook und Google zahlen in Frankreich (und dem Rest von Europa) nur wenige Steuern. Möglich ist das durch eine geschickte Verlagerung der Gewinne. Oftmals leiten die Unternehmen ihre Einnahmen in Niedrigsteuerländer wie Irland oder Luxemburg um. Einen Teil des Geldes holt sich Frankreich jetzt durch die Digitalsteuer zurück. Bis Ende dieses Jahres erwartet das französische Finanzministerium 400 Millionen Euro Einnahmen.

So funktioniert die Digitalsteuer

Die Steuer trifft vor allem große amerikanische Unternehmen, aber auch Firmen aus Europa und China. Dabei gilt: Unternehmen, die mit ihrem digitalen Geschäftsmodell jährlich weltweit mehr als 750 Millionen Euro erwirtschaften und in Frankreich auf über 25 Millionen Euro Umsatz kommen, zahlen unter anderem 3 Prozent Steuern auf lokale Online-Werbeerlöse.

Darum geht Amazon diesen Schritt

Amazon gibt an, der Wettbewerb sei hart und lasse bereits jetzt nur geringe Margen zu. Und: Der Konzern habe große Investitionen in neue Services getätigt. Eine Digitalsteuer jetzt selbst zu tragen, sei daher nicht möglich.

Auswirkungen auf die Praxis

Den großen Firmen auf Amazon dürfte es wenig ausmachen, Amazons Digitalsteuer mitzutragen. Kleinere und mittelständische französische Händler könnten dagegen einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Händlern im Ausland spüren.

So reagiert Frankreich auf Amazons Umgang mit der Digitalsteuer

Das französische Wirtschaftsministerium gab an, dass die neue Digitalsteuer eine Umlegung nicht vorsehe oder verlange. Amazon habe sich selbst und ganz allein dafür entschieden, die Steuer auf seine Kunden abzuwälzen.

Fazit

Frankreich hatte zuvor versucht, mit den anderen G7-Staaten – USA, Deutschland, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada – eine europäische oder globale Digitalsteuer einzuführen. Das scheiterte jedoch. Bis Januar 2020 wollen sich die G7-Staaten auf ein globales Regelwerk für die Steuer einigen. Dabei wollen sie Unternehmen daran besteuern, wo diese ihre Umsätze erzielen. Und: Sie wollen eine globale Mindeststeuer für Unternehmen festlegen.

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