Apps für Kinder: Stiftung Warentest findet Kostenfallen, Pornos und rechtsextreme Parolen

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Die beliebtesten Gaming-Apps auf dem Smartphone sind für 10-Jährige fast durchweg inakzeptabel. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest nach einer Untersuchung von Minecraft, Fortnite, Candy Crush Soda Saga und anderen Spielen. Kinder werden dort mit rechtsextremen Inhalten, Werbung für Pornoseiten und verschleierten In-App-Käufen konfrontiert.

13 von 14 Games „inakzeptabel“

Was der Nachwuchs auf dem eigenen Handy zockt, können Eltern oft nicht nachvollziehen. Schließlich sind schon Grundschulkinder in der Regel besser über aktuelle Trends informiert als Mama und Papa. Gerade die bei Jüngeren besonders angesagten Games allerdings erfüllen deren Bedürfnisse nur mangelhaft. Das gilt nicht ausschließlich beim leidigen Thema Datenschutz, das von vielen Apps missachtet wird. Für die Stiftung Warentest untersuchten Jugendschützer noch zahlreiche weitere Kriterien einer sicheren Spiel-Atmosphäre. Ein wirklich empfehlenswertes Produkt fanden sie dabei nicht.

Werbung für Inhalte mit FSK 18

Als 10-jährige angemeldet spielten die Tester unter anderem Angry Birds 2, Clash of Clans, Fortnite, Minecraft und Pokémon Go. Dabei stießen sie immer wieder auf Elemente, die für diese Altersgruppe völlig ungeeignet waren: Hinweise auf Pornowebseiten, Werbung für Ego-Shooter oder von anderen Playern angebotene Spiele mit rassistischen Inhalten. Wichtig wäre in solchen Fällen eine Blockier- oder Meldefunktion. Die ist aber oft nicht vorhanden oder schwer auffindbar. Auch Filter enthalten nur wenige Apps: Nutzernamen wie „SiegHeil“ oder „Judentöter“ bleiben stehen.

Versteckte Kosten und unzulässige AGB-Klauseln

Die meisten der überprüften Spiele können gratis im App Store heruntergeladen werden. Ihr Geld holen sich die Entwickler aber oft an anderer Stelle zurück. Bei Candy Crush Soda Saga oder Homescapes ist ein wirklicher Spielfortschritt kaum ohne Zusatzkäufe möglich. Minecraft und Angry Birds 2 verschleiern Extra-Kosten so, dass Kinder versehentlich durchaus Hunderte Euro ausgeben können. Wenn Eltern dann beim Eintreffen der Rechnung die AGB unter die Lupe nehmen, trifft sie die nächste Überraschung: Mit dem Herunterladen des Spiels stimmen die Kinder vielfach unzulässigen Formulierungen zu. Einige Apps verzichten auch völlig auf Geschäftsbedingungen.

Praxis-Tipps

1. Stellen Sie sicher, dass vor allem jüngere Kinder keine ungeeigneten oder teuren Spiele auf ihr Smartphone laden. Dazu versehen Sie den App Store mit einem geheimen Passwort.
2. Im Netz stehen zahlreiche wirksame Kindersicherungs-Apps zur Verfügung. Damit lassen sich Nutzungsart und –dauer von Spielen einschränken.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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