Corona: Twitter geht gegen Irreführung und Falschinformation vor

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Erst vor wenigen Tagen haben Mediziner aus aller Welt die sozialen Medien zum Handeln aufgerufen. Ärzte und Krankenhäuser müssten immer häufiger Patienten versorgen, die aufgrund irreführender Informationen die eigene Gesundheit gefährdeten. Als erste Plattform hat nun Twitter reagiert. Mit neuen Richtlinien will man weltweit Fake News zum Thema Covid-19 bekämpfen.

Kennzeichnen, Warnen, Entfernen

Mit drei Maßnahmen will Twitter die Verbreitung von falschen Informationen zur Corona-Pandemie erschweren. Das Ziel: Nutzer sollen auf den ersten Blick erkennen, wenn es Zweifel am Wahrheitsgehalt einer Aussage gibt. Gleichzeitig bekommen sie Links zu externen oder Twitter-eigenen Webseiten mit gründlich recherchierten Fakten zum Thema. Wie genau man bei der Suche nach Desinformation vorgehen wird, teilt das Unternehmen nicht mit. Grundsätzlich heißt es nur, dass die Diskussion zu Covid-19 mithilfe eigener technischer Maßnahmen „proaktiv überwacht“ werden solle. Dabei setze man auch auf die Unterstützung „vertrauenswürdiger Partner“. Um welche Personen oder Organisationen es sich dabei handelt, ist unbekannt.

Maßstab: Einstufung von Experten

In ihrem aktuellen Blogpost unterscheiden die beiden Manager Yoel Roth und Nick Pickles drei Kategorien von Corona-Tweets. Da wären zunächst einmal Videos oder Aussagen, die nicht verifizierte Behauptungen enthalten. Das heißt: Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich noch nicht eindeutig überprüfen, ob die Informationen wahr oder falsch sind. In diesen Fällen ergreife Twitter zunächst keine Maßnahmen, so die Ankündigung. Man schließe aber ein strengeres Vorgehen in der Zukunft nicht aus. Die zweite Gruppe bezeichnen Roth und Pickles als „umstrittene“ Inhalte. Hier handelt es sich um Aussagen, deren Wahrheitsgehalt angezweifelt wird. Sie sind ab sofort mit einem eindeutigen Hinweis oder sogar einer Warnung versehen. Der Leser selbst kann dann entscheiden, ob er sich die Inhalte überhaupt anzeigen lassen will.

Keine Ausnahmen für Präsidenten

Stufe drei betrifft sogenannte „irreführende“ Tweets. Darunter fallen laut Twitter Aussagen, die von medizinischen Experten – beispielsweise aus den Gesundheitsbehörden – eindeutig als falsch eingestuft worden sind. Je nach Art und Bedeutung des Inhalts können derartige Posts mit einer Warnung versehen oder in schwerwiegenden Fällen gleich gelöscht werden. Dass diese Regel auch für Staatsführer und gewählte Volksvertreter gelte, erklärte Manager Yoel Roth auf seinem persönlichen Twitter-Account. Hier war er auf irreführende Informationen von US-Präsident Trump angesprochen worden.

Fazit

Die Warnungen für Fake News werden voraussichtlich erst einmal nur eingeloggten Nutzern angezeigt. Wer ohne Benutzerkonto auf der Plattform unterwegs ist, könnte also noch alle Inhalte unverändert sehen. Erweiterungen oder Änderungen der Maßnahmen sind aber laut Twitter durchaus möglich. Der Kampf gegen Fake News sei ein Prozess, in dessen Verkauf das Unternehmen sicherlich noch dazulernen werde.

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