Social Media: Auch Snapchat geht auf Distanz zu US-Präsident Trump

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Nach Twitter und Facebook bezieht nun auch der Instant-Messaging-Dienst Snapchat Stellung zu umstrittenen Posts des amerikanischen Staatsoberhaupts. Inhalte zu löschen oder unkenntlich zu machen, komme nicht in Frage. Aber: Rassistische und spalterische Stimmen wolle man auf keinen Fall verstärken. Der Account des Präsidenten werde deshalb ab sofort nicht mehr beworben.

Keine zusätzliche Promotion

Was @realDonaldTrump twittert, wird wortwörtlich auch auf seinen anderen Social-Media-Accounts veröffentlicht. Beim Smartphone- und Tablet-Dienst Snapchat folgen ihm immerhin rund 1,5 Millionen Menschen. Besonders junge Leute und Erstwähler konnten bisher über die Plattform erreicht werden. Bald werden möglicherweise weniger neue Follower hinzukommen. Denn das Profil des Präsidenten taucht nicht mehr im „Discover“-Bereich für empfohlene Inhalte auf.

Rassismus nicht verstärken

Den Grund nennt Snapchat-CEO Evan Spiegel jetzt in einem ausführlichen Blogeintrag. Darin nimmt er Stellung zu den Protestaktionen einerseits und Trumps Social-Media-Reaktionen andererseits. Spiegel bezeichnet den Rassismus als Problem, das die Geschichte der USA seit der Gründung durch eine Generation von Sklavenhändlern geprägt habe. Er plädiert für eine Neuausrichtung der Gesellschaft und fordert die Gründung einer Kommission für Wahrheit, Versöhnung und Wiedergutmachung. Umgekehrt gelte aber auch: Wer mit seinen Aussagen rassistische Gewalt auslöse oder verstärke, solle auf Snapchat nicht auch noch beworben werden. Trumps Wahlkampfteam bezeichnete die Entscheidung als Versuch, die Präsidentschaftswahlen zu manipulieren.

Facebook und Twitter uneinig

Auch bei anderen sozialen Medien hat man sich intensiv mit Aussagen des Präsidenten auseinandergesetzt. Auf Twitter wurde zum ersten Mal überhaupt ein Trump-Post mit einem Faktencheck ergänzt. Ein weiterer Tweet erhielt eine Warnung wegen gewaltverherrlichender Inhalte. Facebook hingegen zeigt beide Aussagen nach wie vor ohne irgendeine Stellungnahme. In einem Interview zeigte sich Chef Mark Zuckerberg zwar wenig begeistert von „spaltender Rhetorik“, verwies aber ausdrücklich auf die Meinungsfreiheit. Ein Verstoß gegen die Richtlinien liege – anders als bei Twitter – nicht vor. Zahlreiche Mitarbeiter übten öffentlich Kritik an diesem Vorgehen.

Fazit

Facebook sei kein Schiedsrichter über wahr und unwahr, sagte Mark Zuckerberg in Bezug auf einen Trump-Tweet. Satire-Gruppen überprüfen nun, wie konsequent diese Sichtweise verfolgt wird. Die australische Website „The Shovel“ schrieb auf ihrem Facebook-Account, dass Zuckerberg im Alter von 36 Jahren an Covid-19 verstorben sei. Bei „The Chaser“ wird der Facebook-Chef als „Kinderschänder“ dargestellt. Beide Posts hat Facebook bisher unkommentiert stehen gelassen.

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