Telegram: Wissenschaftler finden Rechtsextremismus und Drogenhandel

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Vor allem als Sprachrohr von Verschwörungstheoretikern hat Telegram in den vergangenen Monaten von sich reden gemacht. Doch eine Untersuchung von Kommunikationswissenschaftlern der Universität Greifswald zeigt nun: Auch eindeutige Rechtsverstöße sind auf der Plattform kein Einzelfall. Dabei wird die Strafverfolgung durch die Organisationsform des Messengers erschwert.

Selbst ernannte Rebellen

Wem bei Facebook und Twitter zu viel reguliert wird, der wechselt in diesen Tagen gern zu Telegram. Rund 10 Prozent der Deutschen nutzen den Messenger, unter ihnen beispielsweise Xavier Naidoo, Attila Hildmann und neuerdings auch Jan Böhmermann. Dabei steht die Plattform unter dem Verdacht, von Extremisten und Kriminellen für ihre Zwecke missbraucht zu werden. Im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen haben Wissenschaftler nun auf Telegram nach Rechtsverstößen gesucht. Und sie wurden fündig.

Marktplatz für illegale Waren

Im August und September dieses Jahres überprüften die Forscher 913 Gruppen und Kanäle, in denen sie illegale Aktivitäten vermuteten. Am häufigsten fanden sie dabei Verstöße aus dem Bereich Rechtsextremismus. Auch mit Drogen wird über Telegram oft gehandelt, vor allem in speziellen Gruppen. Pornografische Inhalte entdeckten die Wissenschaftler vor allem in privaten Chats. Fast harmlos wirken dagegen die Standardverstöße der Online-Kommunikation: Bei sage und schreibe 96 Prozent der Kanäle fehlte das vorgeschriebene Impressum. 42 Prozent der geprüften Angebote enthielten Bilder oder Texte, deren urheberrechtlicher Status unklar ist.

Verdeckte Öffentlichkeit

Die Autoren der Studie weisen besonders auf den hohen Grad der Vernetzung bei Telegram hin. Über ein harmloses Gespräch zu aktuellen Themen gelangten Nutzer schnell zu verschwörungstheoretischen oder extremistischen Inhalten. In den entsprechenden Gruppen herrsche großes Misstrauen gegenüber dem Staat, dem Mediensystem oder anderen Bevölkerungsteilen. Die Kommunikation sei emotional aufgeladen, diskriminierend und bewege sich häufig am Rande der Legalität. Durch Einladungslinks und gezielte Weiterleitungen lasse sich hier eine verdeckte Öffentlichkeit mit großer Reichweite aufbauen, so die Forscher.

Fazit

Telegram stellt einen wichtigen Raum für Kontakte, Austausch und Meinungsäußerung dar, so das Ergebnis der Untersuchung. Es habe sich aber auch der Verdacht bestätigt, dass der Messenger für illegale Aktivitäten genutzt werde. Die Herausforderung für die Aufsichtsbehörden bestehe darin, den Dienst zu regulieren und gleichzeitig die Meinungsfreiheit zu erhalten. Genau das will die Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen jetzt in Angriff nehmen.

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