Mobbing: Versetzung eines Schülers wegen Mobbing auf studiVZ und Facebook?

(0 Bewertungen, 0 von 5)

Kommerzielle Online-Netzwerke wie Facebook, studiVZ oder SchülerVZ bieten Mobbern die ideale Plattform, um andere Personen gezielt „Fertig zu machen“ und zu beleidigen. „Cyber-Mobbing“ oder „Cyber-Bullying“ kann Ausmaße erreichen, die vor einigen Jahren noch nicht absehbar waren.  Im folgenden Fall hatte das Verwaltungsgericht Köln über die Konsequenzen des „Cyber-Mobbings“ zwischen Schülern zu urteilen.

Was ist geschehen?

Einem Schüler, der Mitglied einer Clique war, wurde vorgeworfen gemeinschaftlich mit anderen Personen mehrere Schüler u. a. auf Facebook und studiVZ mehrfach schwerwiegend beleidigt zu haben, sodass das „Cyber-Mobbing-Opfer“ die Schule verließ. Dabei habe der Täter eine Mitschülerin als „Hackfotze“ im Internet betitelt. Andere Mitschüler wurden auf den Online-Plattformen bloß gestellt als „voll der Pisser“ und „schwul“. Darüber hinaus gab es auf Facebook und SchülerVZ eine gegründete „Gruppe gegen U“, eine sog. „Hassgruppe“, bei der negative Beiträge gegen den Schüler U. veröffentlicht werden konnten. Als sich Schüler über die Beleidigungen beschwerten, drohte der „Cybermobber“ damit, das „Petzer schwerwiegende Sanktionen zu befürchten“ hätten.

Entscheidung des Gerichts

Das Verwaltungsgericht Köln hatte mit Beschluss vom 19.04.2011 (Az.: 10 L 488/11) entschieden, dass diskriminierende und beleidigende Äußerungen i. S. d. § 185 StGB gegen einen Mitschüler auf Online-Plattformen die Versetzung des Täters in eine andere Schulklasse rechtfertigen. Der „Cybermobber“ äußerte sich zwar dahin gehend, dass er nur passiv an den Geschehnissen beteiligt gewesen sei und deshalb die Versetzung in eine andere Schulklasse nicht berechtigt sei. Das Gericht war aber mit Recht der Auffassung, dass dem Cybermobber ein schweres Fehlverhalten vorzuwerfen sei, denn er habe wiederholt diskriminierende und beleidigende Äußerungen gegenüber seinen Mitschülern von sich gegeben, sodass die Disziplinarmaßnahme gerechtfertigt sei. Darüber hinaus hätten mehrere Zeugen bestätigt, dass der Täter sich aktiv am Internetmobbing beteiligt habe.

Fazit

Drastische Beschimpfungen im Internet können mit dazugehörigen online gestellten Fotos oder sog. „Hassgruppen“ sowohl für den Täter als für das Opfer ernst zu nehmende Auswirkungen unterschiedlicher Art haben. Das Urteil zeigt, dass beleidigende Äußerungen in der virtuellen Welt ebenso Konsequenzen nach sich ziehen, wie in der „realen Welt“. Wichtig ist es hierbei, dass das „Cyber-Mobbing-Opfer“ Beweise sichert und z.B. Internetseiten mit den beleidigenden Äußerungen ausdruckt und Tagebuch über das „Cyber-Mobbing“ führt.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Facebook: Statusmeldungen zu Deichkind-Song kann den Job kosten Einige Facebook-User sehen ihren Facebook-Account als private Webseite, auf der sie schreiben und posten können, was sie wollen. Das dachte auch ein Facebook-...
Weiterlesen...
Der Chef liest mit: Kündigung einer Schwangeren wegen negativem Facebook-Posting? Arbeitnehmer sollten mit negativen Äußerungen in sozialen Netzwerken zurückhalten sein. Im vorliegenden Fall ging es unter anderem um die Frage, ob einer schwan...
Weiterlesen...
Lehrer auf Facebook: Kündigung wegen anzüglicher Nachrichten an Schülerin? Soziale Netzwerke sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Auch werden sie immer mehr in den Schulalltag integriert, z.B. um Wandertage über Facebook-Grupp...
Weiterlesen...
Facebook & Co.: Dürfen private Nachrichten veröffentlicht werden? Das soziale Netzwerk „Facebook“ ermöglicht es seinen Nutzern, private Nachrichten an andere zu verschicken. Doch dürfen diese auch öffentlich gemacht werden? ...
Weiterlesen...
Mobbing via Facebook: Welche rechtlichen Konsequenzen drohen Schülern? Mobbing ist nicht nur auf dem Schulhof ein Thema. Längst werden die Opfer im Internet mit beleidigenden Äußerungen konfrontiert. Das Verwaltungsgericht Köln mus...
Anzeige DSGVO

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Hinweis: Sie können den Newsletter von eRecht24  jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingDatenschutzRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support