WhatsApp: Wie viel Schmerzensgeld können Betroffene für die Verbreitung von Nacktfotos verlangen?

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Intime Bilder dürfen ohne die Erlaubnis der auf den Fotos gezeigten Person nicht verbreitet werden. Das Landgericht Frankfurt am Main musste sich fragen, wie viel Schmerzensgeld der Betroffene für die unerlaubte Weitergabe der Bilder über WhatsApp verlangen kann.

17-jährige Schülerin besitzt intime Fotos auf dem Handy

Eine minderjährige Schülerin speicherte auf ihrem Handy diverse Fotos von sich und ihrem Freund, welche die beiden in intimen Situationen bei sexuellen Handlungen zeigten. Als das Mädchen bei einer 15-jährigen Freundin zu Besuch war, schloss sie ihr Handy an deren Laptop an, um den Akku aufzuladen. Dabei wurden die Bilder ohne ihr Wissen auf den Computer der Freundin geladen. Als diese die Fotos entdeckte, leitete sie diese per WhatsApp an Dritte weiter. Dies bekam auch die Betroffene mit, mahnte die Mitschülerin ab und zeigte sie bei der Staatsanwaltschaft an. Sie verlangte es, die Verbreitung der Bilder zu unterlassen. Zudem verlangte sie Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 Euro. Das Landgericht Frankfurt am Main musste den Fall entscheiden.

LG Frankfurt a.M.: Schülerin kann nur 1.000 Euro verlangen

Das Landgericht Frankfurt am Main (Urteil vom 20. Mai 2014, Az. 2-03 O 189/13) sprach der Schülerin nur 1.000 Euro zu. Das Gericht stellte fest, dass es sich bei der Weiterverbreitung der Bilder um eine Persönlichkeitsrechtsverletzung handelt. Eine Erlaubnis des gezeigten Mädchens lag nicht vor. Für die Höhe des Schmerzensgeldes spielten für das Gericht die Umstände des Falles eine Rolle.

Auf den Fotos waren intime Situationen zu sehen. Zudem war die minderjährige Schülerin auf den Bilder erkennbar. Allerdings hatte die Betroffene die Bilder selbst aufgenommen. Außerdem gelangten die Bilder nicht absichtlich auf den Laptop der Freundin, welche den Vorfall bereute. Auch die Einleitung des Strafverfahrens wirkt sich auf die Höhe des Schmerzensgeldes mildernd aus. Das Landgericht kam daher zu dem Schluss, dass 1.000 Euro ausreichend sind.

Fazit:

Der Fall zeigt, dass Jugendliche meist unachtsam mit intimen Fotos umgehen, was schwerwiegende Konsequenzen haben kann. Das Landgericht Frankfurt hat aber eine Einzelfallrechtsprechung vorgenommen, welche sich nach den Umstände des konkreten Falls richtete. Das Urteil ist daher nicht ohne Weiteres auf andere Fälle übertragbar.

 

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