Datenschutz: Darf das Geburtsjahr einer Regisseurin im Internet veröffentlicht werden?

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Ärzte, Lehrer, Rechtsanwälte und sogar Richter: Nach der heute herrschenden Rechtsprechung dürfen deren Namen auch gegen deren Willen im Internet veröffentlicht und deren Tätigkeit bewertet werden. Allerdings wird immer wieder gestritten, welche persönlichen Daten veröffentlicht werden dürfen.

Internetplattform hatte Geburtsjahr veröffentlicht

In diesen Fall klagte eine Regisseurin gegen eine Plattform, die ihr Geburtsjahr angegeben hatte. Die Regisseurin begründete ihre Klage damit, dass sie aufgrund ihres Alters berufliche Nachteile erfahre. Die Arbeitsplätze in der Medienbranche seien überwiegend von jüngeren Menschen besetzt. So würde ein Leiter eines Fernsehunternehmens fordern, junge Regisseure zu engagieren, um ein junges Publikum zu gewinnen.

Das Amtsgericht (AG) München hat aber eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts oder des Datenschutzrechts verneint und daher die Klage abgewiesen.

Keine Verletzung des Persönlichkeitsrechts

Bei der Angabe des Geburtsjahrs handelt es sich um einen Bereich, der zur Privatsphäre, aber nicht zu der besonders geschützten Intimsphäre einer Person gehört.

Auch hat das Gericht festgestellt, dass es sich bei der Regisseurin um eine Person handelt, an der ein öffentliches Interesse besteht, da man wissen möchte, in welchem Alter und bei welchem Film sie Regie geführt hat. Die Befürchtungen der Regisseurin, berufliche Nachteile zu erleiden, teilte das Gericht nicht. Schließlich würden die Fernsehunternehmen ihr Alter bereits kennen, da sie dieses bereits in der Vergangenheit selbst veröffentlicht hatte. Schutzwürdige Interessen der Regisseurin, die einer Veröffentlichung entgegenstehen, konnte das Gericht nicht erkennen.

Gericht: Keine Verletzung des Datenschutzrechts

Die Daten wurden nach Meinung des Gerichts vor allem zur Information der Öffentlichkeit auf der Plattform zur Verfügung gestellt. Ohne die Einwilligung der Regisseurin ist die Veröffentlichung personenbezogener Daten nach § 29 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) grundsätzlich nicht zulässig, da die Internetplattform die Daten für jeden Besucher immer wieder zugänglich macht und der Zugang nicht nur vorübergehend ermöglicht werden soll.

Allerdings war hier eine Ausnahme gegeben, da die Regisseurin in der Vergangenheit bereits selbst ihr Geburtsdatum veröffentlicht hatte. Folglich stammte die Angabe aus einer öffentlich zugänglichen Quelle und durfte daher nach § 29 Abs. 1 Nr. 2 BDSG wiedergegeben werden.

Wer als „Promi“ persönliche Daten selbst veröffentlicht hat und keine schutzwürdigen Interessen nachweisen kann, hat es schwer, sich im Nachhinein auf den Datenschutz zu berufen. (AG München, Urteil v. 06.11.2015, AZ.: 142 C 30130/14)

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