Datenschutz-Probleme bei Yahoo und WhatsApp: EU fordert Aufklärung

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Nachdem der Hamburger Datenschutzbeauftragte die Weitergabe von WhatsApp-Kontakten an Facebook untersagt hat, kommen nun auch deutliche Worte aus Brüssel. Die sogenannte Artikel-29-Datenschutzgruppe, ein unabhängiges Beratungsgremium der EU-Kommission, äußert schwere Bedenken am Umgang des Unternehmens mit persönlichen Kundeninformationen. Ebenfalls in der Kritik steht Yahoo. Das Onlineportal hatte vor gut einem Monat den bisher größten Datenhack der Geschichte eingestehen müssen.

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WhatsApp-Datenaustausch bis zur rechtlichen Klärung stoppen

Die Art und Weise, wie WhatsApp-Nutzer von der künftigen Übermittlung ihrer Daten an Facebook informiert wurden, hält das EU-Gremium für sehr bedenklich. Noch vor zwei Jahren sei ein solcher Informationsaustausch kategorisch ausgeschlossen worden. Nun müsse jeder zustimmen, der den Dienst weiterhin verwenden wolle. Dieses Vorgehen sei doch zumindest als fragwürdig anzusehen. In der Artikel-29-Gruppe ist jeder EU-Staat mit einem Mitglied seiner nationalen Datenschutzbehörde vertreten.

Diese fordert nun unmissverständlich Kooperation bei der Klärung der rechtlichen Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen WhatsApp und Facebook. Dazu gehören Angaben darüber, welche Daten genau (Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Postadressen) an wen und zu welchem Zweck übermittelt werden. Solange nicht klar sei, ob die geänderten Geschäftsbedingungen überhaupt mit den Gesetzen der EU-Länder in Einklang zu bringen seien, raten die Experten dringend dazu, die Datenübermittlung auszusetzen.

Wie schützt Yahoo europäische Daten?

Auch die jüngsten Ereignisse beim Internet-Unternehmen Yahoo beunruhigen die europäischen Datenschützer. Da wäre zunächst die Tatsache, dass bereits 2014 die Konten von 500 Millionen Nutzern gehackt wurden. Es sei davon auszugehen, dass darunter auch User aus Europa gewesen seien, so die Gruppe in ihrem Brief an die Vorstandsvorsitzende Marissa Mayer. Daher erwarte man nun schnell und verständlich Informationen über die Zahl der Betroffenen in den einzelnen Ländern, mögliche Folgen sowie Aufklärungs- und Schutzmaßnahmen, die das Unternehmen getroffen habe.

Auch zum Vorwurf des Scannens von eingehenden Mails für amerikanische Geheimdienste erwartet man von Yahoo eine Stellungnahme. Insbesondere, so die EU-Datenschützer, wolle man doch sehr gerne wissen, wie ein solches Vorgehen mit dem Recht europäischer E-Mail- Kunden zu vereinbaren sei.

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Fazit:

Die EU-Gruppe für den Schutz von Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten - kurz: Artikel-29-Gruppe - soll die EU-Kommission in Sachen Datenschutz beraten und zu relevanten Themen Stellung nehmen. Eine bindende Wirkung hat das allerdings nicht.

Die nun angekündigten Untersuchungen bei WhatsApp und Yahoo stellen allerdings ein Signal dafür dar, dass man in Europa den laxen Umgang mit dem Datenschutz nicht mehr hinnehmen will.

 

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