Datenschutz: Datenaustausch zwischen WhatsApp und Facebook bleibt verboten

(2 Bewertungen, 5.00 von 5)

Deutsche Verbraucherschützer haben einen ersten Sieg über den Internetriesen errungen. Das Verwaltungsgericht Hamburg hat entschieden, dass Facebook nicht in erforderlichem Maß die Zustimmung der WhatsApp-Nutzer zum Weitergeben von Kundendaten eingeholt hat. Allerdings müssen die bereits gespeicherten Informationen nicht gelöscht werden. Und die grundsätzliche Frage, ob der Zuckerberg-Konzern überhaupt deutsches Recht befolgen muss, ist immer noch nicht geklärt.

Anzeige

Gilt für Facebook deutsches Recht?

Mit einer Verwaltungsanordnung reagierte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar im September auf die neue Praxis bei WhatsApp, Telefonkontakte und Nutzungsgewohnheiten an die Muttergesellschaft Facebook weiterzugeben. Caspars Begründung: Um den Messenger-Dienst weiterhin nutzen zu können, hatten sämtliche Kunden dem Speichern und Übermitteln der elektronischen Daten zustimmen müssen. Nach deutschem Recht war das in den Augen der meisten Juristen nicht zulässig.

Facebook sieht das anders. Außerdem verweist das kalifornische Unternehmen mit schöner Regelmäßigkeit darauf, dass sich sein europäischer Sitz in Irland befindet; die Hamburger Behörde sei deshalb überhaupt nicht zuständig. Trotzdem reagierte man auf die Kritik aus Deutschland und stoppte die Weitergabe der Nutzerinformationen. Gleichzeitig allerdings legten die Facebook-Anwälte Widerspruch gegen den Antrag ein.

Gericht: Verbraucherschutz wichtiger als fragwürdige Massenspeicherung

Das Hamburger Verwaltungsgericht erklärte die Anordnung der Datenschutzbehörde in weiten Teilen für rechtmäßig: Die Voraussetzungen für eine wirksame und bewusste Einwilligung seien im Fall der WhatsApp-Erklärung nicht gegeben gewesen. Darüber hinaus sei es weder erforderlich noch zulässig, persönliche Kundeninformationen in der geplanten Form zu speichern. Das Interesse der deutschen WhatsApp-Nutzer am Schutz von Telefonnummern und Nutzungsgewohnheiten müsse daher Vorrang haben.

Lediglich in einem Punkt bekam der Konzern recht: Aufgrund eines formalen Fehlers in der Anordnung müssen die bereits gesammelten Informationen nicht – wie gefordert – sofort gelöscht werden. Um sie zu nutzen, ist allerdings die Zustimmung der Betroffenen nötig.

Fazit:

Das letzte Wort in Sachen Datenschutz bei den kalifornischen Internet-Riesen ist noch nicht gesprochen. Hier wurde lediglich über die Rechtmäßigkeit eines Verwaltungsantrags entschieden. Ob Facebook und WhatsApp deutschem oder irischem Gesetz unterliegen, bleibt noch zu klären.

 

Anzeige
Kommentare  
NoMatrix
+1 # NoMatrix 29.04.2017, 14:20 Uhr
Eigentlich sehr schade das die Nutzer offensichtlich wirklich nicht mündig genug sind um ihre persönlichen Daten zu schützen.
Oder sind sie wirklich schon so in ihrer persönlichen Filterblase fest das sie garnicht merken das das Facebook kein Nachrichtenmagazin, die Facbookfreunde maximal flüchtige Bekannte und WhatsApp nicht die einzige Kommunikationsform ist.

Dabei gibt es da draußen echte Zeitungen (auch modern online), Freunde mit denen man wirklich lachen kann ohne :-) Und Bier mit dem Mund trinken.
Chatten kann man mit der Stimme.
Dazu verabreden kann man sich mit Messengern die ihre Kunden nicht melken. (z.B. Kontalk und Conversations.

Ich hoffe die Menschen fangen bald wieder an richtig zu leben und miteinander zu reden und zu lachen.

Oder leben wir wirklich schon in der Matrix und werden von Maschinen unterhalten weil wir den Kampf verloren haben
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Johny
0 # Johny 14.05.2017, 17:31 Uhr
Immer wieder derselbe Schwarzmalerei-Bullshit. Wer sowas schreibt, war wohl selber noch nie Abends in der Stadt, sonst wüsste er, wie es da zugeht.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Schade
0 # Schade 30.04.2017, 07:17 Uhr
Zitat:
Gilt für Facebook deutsches Recht?

Da stellt sich mir die Frage: Gilt für deutsche WhatsApp Nutzer deutsches Recht?
Oder weshalb ist es möglich das jeder einzelne WhatsApp Nutzer ungestraft persönliche Daten Dritter an Facebook weiterleit?

Denn mich hat niemand gefragt ob er/sie es darf.

Hätten sich diese Menschen an deutsches Recht gehalten und den AGB nicht zugestimmt , dann gäbe es die Diskussion um WhatsApp garnicht.

Ich muss meinem Vorredner zustimmen.
Es gibt gute Alternativen die Datenschutzkonform sind und deutsches Recht respektieren.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
NSA-Affäre: Datenschutzbehörden verbieten Datenübertragung in die USA Bis die Ausspäh-Affäre geklärt ist, werden deutsche Datenschützer für den Datentransfer durch Firmen in Drittstaaten keine Genehmigung mehr erteilen und prüft...
Weiterlesen...
Datenschutz: Darf das Geburtsjahr einer Regisseurin im Internet veröffentlicht werden? Ärzte, Lehrer, Rechtsanwälte und sogar Richter: Nach der heute herrschenden Rechtsprechung dürfen deren Namen auch gegen deren Willen im Internet veröffentlicht...
Weiterlesen...
Datenschutz: KJM prüft TV-Sendung 'Tatort Internet' Nachdem mehrfach Kritik an der Sendung 'Tatort Internet', welche auf RTL II ausgestrahlt wird, im Vorfeld und nach dem Start der Sendung laut wurde, sind durch ...
Weiterlesen...
BGH: Intime Fotos müssen nach Ende einer Beziehung gelöscht werden Nacktfotos und Sexvideos müssen nach dem Ende einer Beziehung auf Wunsch des abgelichteten Partners vernichtet werden. Das gilt auch, wenn die Aufnahmen ursprün...
Weiterlesen...
Online-Supermärkte: Verbraucherschützer fordern strengere Kontrollen Lebensmittel-Lieferdienste können die Nachfrage teilweise kaum noch bewältigen: Immer mehr Kunden wollen lieber bequem im Internet bestellen, als sich am Feiera...
Anzeige Datenschutz-Kit
Anzeige
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details