Gesichtserkennung bei Real: Ist das eigentlich erlaubt?

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Wer sieht sich eigentlich die Werbung auf den Bildschirmen an, die im Kassenbereich die Wartenden berieseln? Die Frage stellen sich vor allem Unternehmen, die dort in kurzen Videos oder Anzeigen auf ihre Angebote hinweisen. Dank moderner Analysetechniken lässt sich genau das herausfinden. In 40 Supermärkten der Kette „Real“ sammeln Kameras bereits Informationen zu Geschlecht, Alter und Sehdauer der Personen in den Kassenschlangen.

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Gesichts-Scan zum Ermitteln von Alter und Geschlecht

Dass sie beim Shopping in großen Kaufhäusern von Kameras überwacht werden, wissen die meisten Kunden. Jedenfalls könnten sie es wissen. Denn die Geschäfte sind verpflichtet, am Eingang gut sichtbar auf die Bildkontrollen hinzuweisen. Dass allerdings nicht nur aus Sicherheitszwecken, sondern auch zur Optimierung des Werbeangebots gefilmt wird, dürfte den wenigsten bekannt sein.

Doch die Aufnahmen sind nicht alles: Bei der Metro-Tochter „Real“ wird außerdem mithilfe einer Software erfasst, wie viele Männer und Frauen welcher Altersgruppe wie lange auf den Schirm schauen. Dazu sind in 40 Märkten Kameras an den Monitoren über den Kassen angebracht. Probleme mit dem Datenschutz sieht das Unternehmen nicht.

Real: Hinweise auf Kameras im Laden ausreichend

Die Technik soll dem Werbedienstleister Echion helfen, den Erfolg der Werbung bei verschiedenen Zielgruppen zu messen. Rund 150 Millisekunden benötigt die Software, um die nötigen Daten zu erfassen. Danach seien die Bilder nicht weiter gespeichert, so „Real“. Weitergegeben an Echion würden nicht die Aufnahmen selbst, sondern nur die Ergebnisse der Auswertung.

Die Kunden sind nach Meinung des Unternehmens ausreichend informiert: Hinweise, dass der Markt mit Kameras überwacht werde, seien deutlich zu sehen. Darüber hinaus könnten die Informationen nicht in Zusammenhang mit weiteren Kundendaten gebracht werden.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar sieht das Vorgehen kritisch. Das konkrete Erfassen einzelner Gesichter sei nicht mehr anonym. Die Kunden müssten über dieses Vorgehen genauer informiert werden, so Caspar. Einzelhandel und Werbewirtschaft hingegen halten das System für zukunftsweisend.

Fazit:

Je mehr ein Anbieter über seine Kunden weiß, desto besser kann er Werbung auf deren Bedürfnisse zuschneiden. Dass „Real“ Mittel der Gesichtserkennung nutzt, um mehr Käufer
zu erreichen, ist aus Sicht des Unternehmens daher nur logisch. Möglicherweise spielt es darüber hinaus auch für viele Kunden keine Rolle. Eine Information über den Einsatz der Software und die erhobenen Daten sollte trotzdem selbstverständlich sein.

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