Vergleich: Drei Millionen Euro für Käufer von smarten Sexspielzeugen

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Wer seit 2014 in den USA einen Vibrator der Smart Devices Corporation gekauft hat, erhält von der Firma eine Entschädigung von 10.000 US-Dollar. Nicht, weil das Gerät seinen Zweck nicht erfüllen würde. Sondern weil es Informationen über Gewohnheiten und Vorlieben seiner Benutzerinnen und Benutzer zur Auswertung an den Hersteller überträgt.

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Fernsteuerung via Bluetooth-Verbindung zum Smartphone

Hätte sie gewusst, wer auf die Daten des Gerätes zugreifen kann, wäre es ihr nicht ins Haus gekommen, so die klare Aussage einer Klägerin. Gekauft hatte sie das Gerät für 130 Dollar, weil es sich dank einer eigens entwickelten App auch mit dem Smartphone steuern ließ. Voraussetzung war die Installation der eigens entwickelten App „We Connect“, für die das Anlegen eines Benutzerkontos empfohlen wurde. Über Bluetooth könne dann eine „sichere Verbindung“ zwischen Gerät und Handy hergestellt werden, so die Gebrauchsanweisung.

Dass sämtliche Informationen aus der App nicht nur auf dem Handy der Besitzerin landeten, sondern auch auf den Firmenservern in Kanada, wurde nicht erwähnt. Zeitpunkt und Dauer der Nutzung, eingestellte Temperatur und genutztes Programm – all diese Angaben wollte das Unternehmen für die eigene Marktforschung verwenden.

Entschädigung für Verletzung der Privatsphäre

Ans Licht kam die Datensammelwut, als Hacker vor einem Jahr die „sichere Verbindung“ anzweifelten. Innerhalb kurzer Zeit gelangten sie in das System und an die Daten der Besitzer. Die hatten bis dahin nicht einmal gewusst, dass ihr Nutzungsverhalten die ganze Zeit registriert worden war.

Im Rahmen einer Sammelklage vor dem Bezirksgericht Illinois forderten die Anwälte der Käufer ein Verbot der Datenübertragung, Löschung aller gespeicherten Informationen und eine Entschädigung. Der Einigung, die beide Parteien bereits im März erzielten, hat nun auch das Gericht zugestimmt. Wer einen „We Vibe 4“ in den USA erworben und die App heruntergeladen hat, bekommt demnach 10.000 US-Dollar. Wer nur ein Gerät gekauft, die App aber nie benutzt hat, wird immerhin mit 199,- Dollar entschädigt.

Fazit:

Schon jetzt besitzt jeder deutsche Haushalt im Durchschnitt etwa zehn Geräte, die sich mit dem Internet verbinden lassen. Neben Smartphone und Computer, Fernseher und Fitnessarmband sind das auch Dinge des täglichen Gebrauchs wie Spielzeug oder Küchengeräte. Wer sie benutzt, sollte sich bewusst sein, dass zahlreiche Daten registriert sowie möglicherweise gespeichert und missbraucht werden können.

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