Partnersuchportale: Datenschutz und Sicherheit unzureichend

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Von 24 Apps verschiedener Singlebörsen sind gerade mal fünf akzeptabel. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest nach einer ausführlichen Untersuchung. Ihre Kritik: Fake-Profile, undurchsichtige AGB und mangelnder Datenschutz. Letzteres kann im Einzelfall sogar gefährlich werden: Im Urlaubsland Ägypten nutzen Behörden die Apps, um Aufenthaltsorte von Homosexuellen herauszufinden.

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Privatsphäre wird mit Werbefirmen geteilt

Die einen tindern, die anderen parshippen oder nutzen Portale wie Lovescout24 und eDarling: Wer potenzielle Partnerinnen und Partner kennenlernen will, kann auf die Apps zahlreicher Agenturen zurückgreifen. Für die Nutzer dürfte dabei vor allem ein Merkmal im Vordergrund stehen: Diskretion. Die Geschäftsbedingungen vieler Portale allerdings behalten sich ausdrücklich die Weitergabe von Informationen vor: Name, Alter, Wohnort, Geschlecht und sexuelle Orientierung können nämlich auch für Werbeunternehmen interessant sein. Die erstellen aus solchen Informationen Nutzerprofile, die für personalisierte Marketingmaßnahmen benötigt werden.

Standort-Weitergabe kann gefährlich werden

Darüber hinaus senden einige Apps mehr Daten aus, als benötigt: die Identifikationsnummer des Smartphones beispielsweise, dessen Standort und den Namen des Mobilfunkanbieters. Amnesty International und das Auswärtige Amt warnen in diesem Zusammenhang: Auch Touristen könnten mit Hilfe solcher Daten von Behörden ausfindig gemacht werden, die gezielt nach Homosexuellen suchen. Besonders Abonnenten der App Grindr, die auf diese Zielgruppe spezialisiert ist, sollte daher bei Reisen in schwulenfeindliche Länder vorsichtig sein.

Fake-Profile, Abo-Fallen und Kündigungstricks

Weitere Kritikpunkte fanden die Tester im Kleingedruckten. Hier geben die Vermittlungsportale beispielsweise an, dass einige ihrer Profile von professionellen Schreibern betreut werden. Pech für Flirthungrige: Der vermeintliche Traumpartner könnte ein bezahlter Autor sein, der an einem Treffen keinerlei Interesse hat. Dass dieser Fall realistisch ist, wissen die Experten aus mehr als 300 untersuchten Beschwerden von Nutzern der Apps. Kritisiert wurden hier außerdem Probe-Abos, die unbemerkt in langfristige Verträge übergehen, und Erschwernisse bei der Kündigung.

Fazit:

Was den Datenschutz angeht, lassen die meisten Partnersuch-Apps deutlich zu wünschen übrig. Wer den AGB zustimmt, erlaubt außerdem in viellen Fällen auch die Weitergabe persönlicher Informationen an andere Unternehmen. Lediglich fünf Anwendungen bezeichnet die Stiftung Warentest immerhin als „akzeptabel“. Die vollständige Untersuchung aller Apps für iOS und Android ist unter www.test.de/datingapps-sicher abrufbar.

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