Online-Supermärkte: Verbraucherschützer fordern strengere Kontrollen

(1 Bewertung, 5.00 von 5)

Lebensmittel-Lieferdienste können die Nachfrage teilweise kaum noch bewältigen: Immer mehr Kunden wollen lieber bequem im Internet bestellen, als sich am Feierabend in die Kassenschlangen zu drängen. Die Verbraucherorganisation Foodwatch allerdings warnt: In Sachen Datenschutz und Kennzeichnungspflicht von Produkten erfüllen die Anbieter nicht immer ihre gesetzlichen Pflichten.

Anzeige

Foodwatch: Test-Bestellungen bei fünf großen Anbietern

Sie haben rund um die Uhr geöffnet, verfügen über ein großes Warenangebot und ersparen den Kunden das Schleppen von Einkaufstüten. Dem Markt für Lieferdienste prophezeien Fachleute in den kommenden fünf Jahren ein Wachstum von rund 80 Prozent. Grund genug für die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch, den Markt genauer zu untersuchen. 21 verschiedene Produkte hatten die Tester auf ihrem Einkaufszettel, darunter Tiefkühlkost, Obst und Gemüse. Der gesamte Warenkorb wurde jeweils einmal bestellt bei Allyouneedfresh, Amazon Fresh, dem Edeka-Partner Bringmeister, Mytime und dem Lieferdienst von Rewe.

Gute Ware - schlechte Kennzeichnung

Die meisten Bestellungen wurden vollständig und pünktlich geliefert. Auch mit der Qualität der Produkte waren die Tester überwiegend zufrieden. Allerdings erhielten sie unter anderem auch Bananen mit Druckstellen, schimmelige Tomaten und einen zerkrümelten Kuchen. Kritik äußerste Foodwatch vor allem an der Kennzeichnung der Produkte: Bei vier der fünf Lieferungen war nicht ausreichend zu erkennen, aus welchen Ländern das Obst und Gemüse stammte. Damit verstießen die Anbieter gegen ihre gesetzlichen Pflichten, so die Organisation. Die in den Supermärkten vorgeschriebenen Angaben müssten auch für Online-Kunden schnell und einfach auffindbar sein.

Datenschutz bei allen Anbietern unzureichend

Auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Lieferdienste bezeichnet Foodwatch als verbesserungswürdig. Dass beispielsweise Rewe „keine Haftung“ für die Informationen auf den eigenen Onlineseiten übernehmen will, halten die Verbraucherschützer schlicht für unzulässig. Ebenso wenig praktikabel sei die Auflage, dass Kunden bei der Lieferung an der Haustür die Nährwerte und Zutaten der Produkte überprüfen müssten. Darüber hinaus haben es alle Anbieter auf die Daten der Kunden abgesehen. Dazu gehören zum einen überflüssige Angaben bei der Registrierung. Aber auch das Surfverhalten der User beim Bestellvorgang wird durch zahlreiche Tracker auf den Webseiten genau überwacht und ausgewertet.

Fazit:

Der Onlinehandel mit Lebensmitteln wird in den kommenden Jahren noch deutlich zunehmen. Nach Ansicht der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch ist es daher höchste Zeit, zu handeln: Die Politik müsse sicherstellen, dass die Lieferdienste gesetzliche Vorgaben erfüllen - sowohl beim Lebensmittelrecht als auch beim Datenschutz.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
BGH: Schadensersatz bei Datenvernichtung Immer wieder kommt es zum Verlusten wichtiger Daten in Unternehmen. Aber was passiert, wenn es zum Datenverlust kommt, weil der Sohn eines Mitarbeiters ein PC-S...
Weiterlesen...
Datenschutz: Sammelt UEFA umfangreich Daten vor dem Champions League Finale? Das am heutigen Samstagabend stattfindende und von den Medien und Fußball Fans lange erwartete „Finale dahoam“ wird derzeit von einer Meldung überschattet, wo...
Weiterlesen...
Spitzel-Apps: Justizminister will EU-Bürger vor unerwünschter Ortung durch Apps schützen Die Einwilligung zur Übermittlung von Standortdaten an Firmen soll den Nutzern von Apps nicht mehr einzig über die AGB untergeschoben werden, fordert Bundesjust...
Weiterlesen...
Verwaltungsgericht Köln: Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen EU-Recht Die Deutsche Telekom ist nicht verpflichtet, die Verbindungsdaten ihrer Kunden zu speichern. Entsprechende Vorschriften aus dem Telekommunikationsgesetz sind na...
Weiterlesen...
Abmahnung Seitenbetreiber: Versteckte Datenschutzerklärung kann abgemahnt werden Dass ein Impressum für Webseiten und Fanseiten in sozialen Netzwerken Pflicht ist, hat sich bereits herumgesprochen. Weniger bekannt ist bisher, dass die Datens...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtsschutzversicherungRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support