Bitkom: Deutsche Unternehmen auf DSGVO-Start unzureichend vorbereitet

(6 Bewertungen, 4.17 von 5)

Kurz vor dem 25. Mai läuft vielen Datenschutzbeauftragten die Zeit davon. Das geht aus einer repräsentativen Untersuchung vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien hervor. Lediglich ein Viertel der Befragten gab dabei an, alle notwendigen Veränderungen umgesetzt zu haben. Die übrigen hoffen nun auf Nachsicht und eine Schonfrist bei der Anwendung der Verordnung.

Anzeige

Zu wenig klare Umsetzungshinweise

Noch vor einem Jahr sahen die zuständigen Datenschutzbeauftragten der DSGVO mit deutlich mehr Gelassenheit entgegen. Nun herrscht bei den 500 repräsentativ ausgewählten Unternehmen Verunsicherung. 32 Prozent rechnen mit einem dauerhaft erhöhten Aufwand durch die strengeren Regeln. Das dürfte zum Teil daran liegen, dass der Datenschutz bisher vernachlässigt wurde, meint Bitkom. Aber auch die Aufsichtsbehörden kritisiert Verbandspräsident Achim Berg. Kurz vor dem Start der DSGVO gebe es noch immer zu wenig praktische Hilfestellungen hinsichtlich der Auslegung der Vorschriften.

Zwei Jahre Übergangsfrist zu kurz?

Dabei ist das Regelwerk bereits 2016 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden. Theoretisch blieb also genügend Zeit zur Vorbereitung. Immerhin ein gutes Drittel der untersuchten Betriebe hat die Forderungen auch größtenteils umgesetzt, weitere 33 Prozent zumindest teilweise. Aber auch das gibt es: Zwei Prozent der Unternehmen haben ausgesagt, erst nach dem 25. Mai mit der Umstellung zu beginnen.

Gewinnvorteil contra Mehraufwand

Insgesamt halten sich unter den Befragten Zuversicht und Skepsis die Waage: Immerhin die Hälfte erwartet durch die DSGVU einen Wettbewerbsvorteil für europäische Unternehmen, 43 Prozent sogar ganz konkret für den eigenen Betrieb. Gleichzeitig allerdings geht jeder zweite davon aus, dass Geschäftsprozesse nun komplizierter werden. Immerhin 9 Prozent machen sich Sorgen, dass der Mehraufwand durch die strengeren Datenschutzregeln die eigene Geschäftstätigkeit in Gefahr bringen könnte.

Fazit:

Schon am 24. Mai 2016 ist die europäische Datenschutz-Grundverordnung in Kraft getreten. Nach einer zweijährigen Übergangsfrist wird sie nun zu geltendem Recht. Viele Unternehmen haben den Aufwand für die Umgestaltung ihrer Datenverarbeitungsprozesse unterschätzt. Gleichzeitig ließen konkrete Hinweise zur Anwendung lange auf sich warten. Wer den Stichtag 25. Mai nicht einhalten kann, muss nun auf Kulanz bei den Kontrollbehörden hoffen.

Anzeige
Kommentare  
Karsten Socher
+1 # Karsten Socher 24.05.2018, 23:00 Uhr
Ich persönliche finde, auf das Thema wurde zu wenig in den vergangenen zwei Jahren eingegangen. Ich kann mich nicht daran erinnern, irgendwo was zu dem Thema gelesen zu haben. Erst in den vergangenen drei Monaten wurden alle nervös, es wurde immer darüber berichtet, Verbände wurden aktiv.

Vom Gesetzgeber habe ich die vergangenen 24 Monate keinen Hinweis gesehen, dass man aktiv werden muss. Wer das Thema DSVGO mehr kommuniziert wurden, wären die Leute dort abgeholt, wo sie sind, dann wäre jetzt keine Panik und alles wäre entspannter.

Ich gebe dem Versagen, dass die DSVGO viele nicht schaffen, nicht nur alleine den Unternehmern die Schuld.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Nach Datenleck: Drohen Chatportal Knuddels hohe Strafzahlungen? Nach dem Datenleck bei Knuddels prüfen Datenschützer nun, ob das Chatportal mit Sanktionen rechnen muss. Denn: Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) schreibt ...
Weiterlesen...
BGH: Intime Fotos müssen nach Ende einer Beziehung gelöscht werden Nacktfotos und Sexvideos müssen nach dem Ende einer Beziehung auf Wunsch des abgelichteten Partners vernichtet werden. Das gilt auch, wenn die Aufnahmen ursprün...
Weiterlesen...
Persönlichkeitsschutz: Veröffentlichung von privaten E-Mails zulässig? Mit der Frage, ob die Veröffentlichung einer fremden E-Mail bei Vorliegen eines sachlichen Grundes gerechtfertigt ist, hat sich das Oberlandesgericht (OLG) Stut...
Weiterlesen...
CC an alle: Datenschutzbehörde verhängt Bußgeld wegen offenem E-Mail Verteiler E-Mail Verteiler bergen die Gefahr, dass alle Adressaten einer E-Mail lesen können, an wen diese gesendet wurde. Hiergegen ging nun eine Datenschutzbehörde vor ...
Weiterlesen...
Telekom darf IP - Adressen bei Nutzung einer Flatrate nicht speichern IP - Adressen dienen der Kommunikation zwischen zwei Computern oder anderen technischen Geräten  im Internet. Internet-Service-Provider (ISP) vergeben meis...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtsschutzversicherungRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support