Bitkom: Deutsche Unternehmen auf DSGVO-Start unzureichend vorbereitet

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Kurz vor dem 25. Mai läuft vielen Datenschutzbeauftragten die Zeit davon. Das geht aus einer repräsentativen Untersuchung vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien hervor. Lediglich ein Viertel der Befragten gab dabei an, alle notwendigen Veränderungen umgesetzt zu haben. Die übrigen hoffen nun auf Nachsicht und eine Schonfrist bei der Anwendung der Verordnung.

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Zu wenig klare Umsetzungshinweise

Noch vor einem Jahr sahen die zuständigen Datenschutzbeauftragten der DSGVO mit deutlich mehr Gelassenheit entgegen. Nun herrscht bei den 500 repräsentativ ausgewählten Unternehmen Verunsicherung. 32 Prozent rechnen mit einem dauerhaft erhöhten Aufwand durch die strengeren Regeln. Das dürfte zum Teil daran liegen, dass der Datenschutz bisher vernachlässigt wurde, meint Bitkom. Aber auch die Aufsichtsbehörden kritisiert Verbandspräsident Achim Berg. Kurz vor dem Start der DSGVO gebe es noch immer zu wenig praktische Hilfestellungen hinsichtlich der Auslegung der Vorschriften.

Zwei Jahre Übergangsfrist zu kurz?

Dabei ist das Regelwerk bereits 2016 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden. Theoretisch blieb also genügend Zeit zur Vorbereitung. Immerhin ein gutes Drittel der untersuchten Betriebe hat die Forderungen auch größtenteils umgesetzt, weitere 33 Prozent zumindest teilweise. Aber auch das gibt es: Zwei Prozent der Unternehmen haben ausgesagt, erst nach dem 25. Mai mit der Umstellung zu beginnen.

Gewinnvorteil contra Mehraufwand

Insgesamt halten sich unter den Befragten Zuversicht und Skepsis die Waage: Immerhin die Hälfte erwartet durch die DSGVU einen Wettbewerbsvorteil für europäische Unternehmen, 43 Prozent sogar ganz konkret für den eigenen Betrieb. Gleichzeitig allerdings geht jeder zweite davon aus, dass Geschäftsprozesse nun komplizierter werden. Immerhin 9 Prozent machen sich Sorgen, dass der Mehraufwand durch die strengeren Datenschutzregeln die eigene Geschäftstätigkeit in Gefahr bringen könnte.

Fazit:

Schon am 24. Mai 2016 ist die europäische Datenschutz-Grundverordnung in Kraft getreten. Nach einer zweijährigen Übergangsfrist wird sie nun zu geltendem Recht. Viele Unternehmen haben den Aufwand für die Umgestaltung ihrer Datenverarbeitungsprozesse unterschätzt. Gleichzeitig ließen konkrete Hinweise zur Anwendung lange auf sich warten. Wer den Stichtag 25. Mai nicht einhalten kann, muss nun auf Kulanz bei den Kontrollbehörden hoffen.

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Kommentare  
Karsten Socher
+1 # Karsten Socher 24.05.2018, 23:00 Uhr
Ich persönliche finde, auf das Thema wurde zu wenig in den vergangenen zwei Jahren eingegangen. Ich kann mich nicht daran erinnern, irgendwo was zu dem Thema gelesen zu haben. Erst in den vergangenen drei Monaten wurden alle nervös, es wurde immer darüber berichtet, Verbände wurden aktiv.

Vom Gesetzgeber habe ich die vergangenen 24 Monate keinen Hinweis gesehen, dass man aktiv werden muss. Wer das Thema DSVGO mehr kommuniziert wurden, wären die Leute dort abgeholt, wo sie sind, dann wäre jetzt keine Panik und alles wäre entspannter.

Ich gebe dem Versagen, dass die DSVGO viele nicht schaffen, nicht nur alleine den Unternehmern die Schuld.
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