Alexa: Smarter Lautsprecher verschickt aufgezeichnetes Gespräch

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Eine Reihe technischer Fehler bei einem Echo-Gerät beschäftigt derzeit Amazon-Techniker in den USA. Im Haus einer Familie aus Portland wurde eine Unterhaltung zwischen Eheleuten aufgezeichnet, gespeichert und an einen Arbeitskollegen gesendet. Ohne das Wissen der Abgehörten. Amazon spricht von einem Einzelfall. Das Paar allerdings sorgt sich um seine Privatsphäre und will die smarten Lautsprecher zurückgeben.

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Intelligente Assistenten regeln Abläufe in sämtlichen Zimmern

„Nehmt sofort Eure Alexa-Geräte vom Netz! Ihr seid gehackt worden!“ Zunächst wollten Danielle und ihr Mann nicht glauben, was der Anrufer aus dem 250 Kilometer entfernten Seattle ihnen erzählte. Bisher hegten sie keinerlei Zweifel an der Zuverlässigkeit ihrer intelligenten Vernetzung. Mit Hilfe der Amazon-App steuerten sie nicht nur Heizung und Beleuchtung, sondern auch das gesamte Sicherheitssystem ihres Hauses. Dass Alexa den Inhalt von Vier-Augen-Gesprächen ausplauderte, hielten sie bis dahin für unmöglich.

Anrufer kennt Unterhaltung Wort für Wort

Doch der Angestellte des Mannes konnte genau wiedergeben, wovon kurze Zeit vorher im Heim der Familie gesprochen worden war. Über hölzerne Bodenbeläge hatte man sich ausgetauscht. Kein heikles Thema also, aber eine Unterhaltung in den eigenen vier Wänden. Das Paar war davon ausgegangen, keine weiteren Zuhörer zu haben. Denn Alexa soll eigentlich nur dann aktiv werden, wenn das festgelegte Codewort fällt.

Vorgang in Speicherdatei minutiös nachvollziehbar

Dank der detaillierten Aufzeichnung aller Vorgänge wissen die Amazon-Techniker inzwischen ziemlich genau, was an diesem Abend in Danielles Haus vorgegangen ist: Der Lautsprecher registrierte ein Hintergrundgeräusch, das er als „Alexa!“ interpretierte. Daraufhin startete die Aufnahme. Während des Gesprächs der Eheleute fielen dann Worte, die wie „send message“ klangen, also: „Schick eine Nachricht!“ Der intelligente Lautsprecher fragte daraufhin nach, an wen er sich wenden solle: „Whom?“ Doch das ins Gespräch vertiefte Paar redete weiter über die Vorzüge verschiedener Holzarten. Dabei muss auch ein Wort gefallen sein, das die App als einen Namen aus der Kontaktliste identifizierte. Ein weiteres Mal sicherte sich Alexa nun ab: Das Programm wiederholte den Namen des vermeintlichen Empfängers und fragte: „Right? – Richtig?“ Nachdem Alexa irgendwo in dem weiteren Stimmengewirr auch eine Bestätigung erkannte, ging eine Kopie der Unterhaltung an den Arbeitskollegen aus Seattle.

Bei Rücknahmeforderung stellt sich Amazon taub

Der Alexa-Anbieter hat sich für den Vorfall mehrfach entschuldigt. Das Unternehmen betont auch, dass die Wiederholung eines solchen Fehlers extrem unwahrscheinlich sei. Trotzdem hat Danielle sämtliche Echo-Geräte abgebaut und möchte ihr Geld zurückhaben. Bisher allerdings hat auf ihre Forderung noch niemand reagiert.

Fazit:

Auch intelligente Lautsprecher machen Fehler. Die Folgen hat eine Familie aus dem US-Bundesstaat Oregon am eigenen Leib erfahren: Vier-Augen-Gespräche landeten plötzlich bei irgendeinem Kontakt des gespeicherten Adressbuchs. Dass es sich bei der aufgezeichneten Unterhaltung nicht um sensible Informationen handelte, dürfte die Abgehörten kaum getröstet haben. Ihr Vertrauen in die vernetzten Systeme ist dahin.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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