Datenschutz: Programmierer lesen Nachrichten von Gmail-Accounts

(2 Bewertungen, 5.00 von 5)

Hunderte Mitarbeiter von App-Herstellern und Datenunternehmen haben Zugriff auf fremde Mails. Sie lesen private und geschäftliche Nachrichten, um anhand der Inhalte die Algorithmen ihrer Programme zu verbessern. Eine Verletzung der Privatsphäre? Google meint: Nein. Denn im Rahmen der Installation haben alle Betroffenen vorher zugestimmt.

Anzeige

Apps haben Zugriff auf Postfach

Am Internetgiganten Google führt kaum ein Weg vorbei. Weltweit nutzen rund 1,4 Milliarden Menschen für ihre Kommunikation den Dienst Gmail, der früher Googlemail hieß. Diese eineinhalb Milliarden sind auch für die Anbieter weiterer Programme äußerst interessant. So baute Google sein Mail-Programm 2014 ausdrücklich zur „Plattform für Entwickler“ aus: Durch eine neue Schnittstelle können sich andere Apps besonders einfach mit dem Postfach verknüpfen. In Frage kommt das beispielsweise für eine Reise-App, die im Postfach selbstständig nach Buchungsbestätigungen sucht. In den USA bereits sehr gefragt sind auch Anwendungen, die automatisierte Antwortbriefe formulieren und verschicken.

Tausende Mails von Mitarbeitern gelesen

Im Regelfall arbeiten die Apps mit Algorithmen. Die allerdings müssen erst einmal programmiert, korrigiert, weiter entwickelt werden. Und zwar von Menschen. So wie bei der Return Path Inc., wo vor zwei Jahren Tausende Mails von Angestellten gelesen wurden, um die Funktionsweise der Maschinen zu verbessern. Nach einem Bericht des Wall Street Journal ist es bei den Entwicklungsunternehmen gängige Praxis, dass Mitarbeiter die Postfächer von Nutzern auswerten. Grundlage dafür ist ein einfacher Zustimmungsvorgang im Rahmen der Installation der App. Dabei wird gefragt, ob das Programm Mails lesen, versenden und verwalten darf. Die meisten Nutzer dürften hier von einem automatischen Vorgang ausgehen und ihre Zustimmung erteilen.

Google beruft sich auf rechtliche Grundlage

Das Wall Street Journal folgert in seinem Bericht: Wer Nutzerdaten sammeln will, braucht nur eine kostenlose App, die mit dem Mail-Account zusammenarbeitet. Google hingegen wirbt um Vertrauen. Bevor ein Entwicklerunternehmen Zugriff auf das Gmail-Postfach erhalte, werde dessen Datenschutzpolitik genau geprüft. Darüber hinaus sei auch solchen Firmen das Kopieren und Speichern der Nachrichten untersagt. Man legt außerdem Wert darauf, dass bei Google selbst keine Mails von Mitarbeitern gelesen würden. Auch das maschinelle Durchsuchen der Postfächer zum Personalisieren von Werbestrategien werde inzwischen nicht mehr praktiziert.

Praxis-Tipps:

1. Wenn Sie den Überblick über Ihre Apps verloren haben: Alle Drittanbieter-Apps, die Zugang zu Ihrem Google-Konto haben, finden Sie unter https://myaccount.google.com/security#connectedapps
2. Mit einem Klick auf „Verwalten“ können Sie einzelnen Apps, die Sie nicht mehr nutzen, den Zugriff auf Ihr Konto entziehen.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Spam-Abwehr: Ist ein Impressum als Grafikdatei zulässig? Um die Flut an unerwünschten Werbezusendungen per E-Mail - sog. Spam-Mails - einzudämmen, gehen immer mehr Webseitenbetreiber dazu über, das Impressum ihrer Web...
Weiterlesen...
Erste Gerichtsentscheidung: Verstöße gegen DSGVO können abgemahnt werden Nun also doch. Nachdem die befürchtete Abmahnwelle wegen der DSGVO zunächst ausgeblieben war, sorgt jetzt ein aktueller Beschluss des Landgerichts Würzburg für ...
Weiterlesen...
PKW-Maut: Dobrindt schließt die Nutzung der Maut-Daten zur Verbrechensbekämpfung aus Das Bundeskriminalamt sieht in der geplanten Maut eine Möglichkeit zur Überwachung und Verbrechensbekämpfung. In einer Stellungnahme schließt Verkehrsminister...
Weiterlesen...
Facebook: Datenweitergabe ohne Einwilligung Gerade junge Nutzer sozialer Netzwerke verschwenden kaum einen Gedanken daran, was mit ihren persönlichen Daten geschieht. Vor allem Facebook wird bei dem Thema...
Weiterlesen...
Datenklau: Firefox warnt User über neuen Service Datendiebstahl gehört mittlerweile zum Alltag im Web. Immer wieder werden User Opfer von Hacks. Damit Nutzer ab jetzt möglichst schnell Bescheid wissen, wenn ih...
Anzeige Datenschutz-Kit
Anzeige
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details