Nach Datenleck: Drohen Chatportal Knuddels hohe Strafzahlungen?

(8 Bewertungen, 4.00 von 5)

Nach dem Datenleck bei Knuddels prüfen Datenschützer nun, ob das Chatportal mit Sanktionen rechnen muss. Denn: Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) schreibt zum Teil hohe Strafzahlungen vor, wenn Unternehmen ihre Daten nicht entsprechend sichern. Was könnte Knuddels drohen?

Anzeige

Datenleck bei Chatportal Knuddels.de

Vor wenigen Tagen meldete das Karlsruher Chatportal Knuddels ein Datenleck. Der Schaden: Mehr als 1,8 Millionen Kundendaten, darunter über 800.000 E-Mail-Adressen entwendet und auf verschiedenen Hosting-Plattformen veröffentlicht.

Darum war das Datenleck möglich

Damit Nutzer in Chats nicht ihre eigenen Passwörter versenden und sich so angreifbar machen, programmierte Knuddels einen Filter, der die Passwörter in den Chats erkennt und User daran hindert, diese zu versenden. Dazu speicherte die Chatplattform die Passwörter im Klartext auf seinen Unternehmensservern. Derzeit geht Knuddels davon aus, dass die Datendiebe einen Backupserver gehackt haben könnten, der nicht die neueste Version des Betriebssystems aufwies und daher leicht angreifbar war. Die Hacker konnten so möglicherweise die Nutzerdaten auslesen.

Das hat Knuddels bisher gegen das Datenleck unternommen

Knuddels hat den Filter für die Chats bereits deaktiviert. Darüber hinaus hat das Portal die Klartext-Passwörter gelöscht, um weitere Leaks zu verhindern.

Datenschützer prüfen Datenleck

Datenschützer arbeiten das Datenleck derzeit auf. Sie prüfen, ob das Chatportal mit seiner Vorgehensweise gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstoßen haben könnte. Der zuständige Datenschutzbeauftrage Stefan Brink aus Baden-Württemberg sieht für die Datenpanne intensiven Klärungsbedarf. Er stuft es als unverständlich ein, dass Knuddels die Passwörter im Klartext gespeichert hatte. Das entspreche heute nicht mehr dem Standard. Er will daher Bußgelder nicht ausschließen.

Das könnte dem Chatportal drohen

Verstoßen Unternehmen gegen die DSGVO, drohen ihnen Strafzahlungen von bis zu 10 Millionen Euro oder zwei Prozent ihres Jahresumsatzes. Bei besonders schweren Verstößen kann die DSGVO das Strafmaß verdoppeln. So ein schwerer Verstoß könnte in diesem Fall vorliegen, da Knuddels User-Passwörter im Klartext gespeichert hatte. Artikel 32 schreibt dazu vor, dass Unternehmen personenbezogene Daten pseudonymisiert und verschlüsselt speichern müssen.

Fazit

Das Datenleck bei Knuddels ist erste große Fall, der die Wirkungsweise der DSGVO auf den Prüfstand stellt. Die Bewertung der Arbeitsweise des Chatportals dürfte damit eine Signalwirkung für alle Unternehmen mitbringen.

Anzeige
Kommentare  
Gerd
0 # Gerd 01.10.2018, 15:49 Uhr
Großes Kino. Was wird das sein? 10.000 Euro?
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Dem Administrator melden
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Achtung Abmahnung: Über Google Analytics muss korrekt in der Datenschutzerklärung belehrt werden Website-Betreiber benutzen Analysetools, um ihre Angebote und Services auf der Seite zu verbessert oder in Stoßzeiten besser reagieren zu können. Da die Tools w...
Weiterlesen...
Cloud Act: Microsoft wehrt sich gegen uneingeschränkten Datenzugriff Der Cloud Act gewährt der amerikanischen Regierung einen Freifahrtsschein in Sachen Datenzugriff und Überwachung. Microsoft will das so daher nicht mitmachen. D...
Weiterlesen...
eRecht24 Weihnachtsaktion: Von 0 auf 100 zum Datenschutzprofi Update 02.01.2017: Unsere Weihnachts-Spenden-Aktion ist beendet. Wir haben rund 3600 Euro inkl. USt. eingenommen. Danke an alle Unterstützer. Wir müssen die Um...
Weiterlesen...
Sofortüberweisung.de: Online-Bezahldienst will Datenschutzerklärung ändern Der Online-Bezahldienst sofortüberweisen.de, der Firma Payment Network, über den Internetnutzer bestellte Waren aus Onlineshops bezahlen können,  ist nun h...
Weiterlesen...
Rundfunkgebühren: GEZ lässt sensible Kundendaten auf der Straße liegen Manche Menschen finden Geld auf der Straße; eine Bürgerin auf Regensburg hingegen einen ganzen Stapel von GEZ-Karteikarten mit sensiblen Daten. Was war passier...
Anzeige Datenschutz-Kit
Anzeige
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.        

eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details