Datenschutz: Welche Informationen dürfen Start-Ups weitergeben?

(3 Bewertungen, 5.00 von 5)

Das Stichwort Due Diligence ist immer dann von Bedeutung, wenn es um Finanzierungs- bzw. Investmentfragen geht. Dabei wird durch das Verfahren eine genau Prüfung durch den potenziellen Investor vorgenommen: Die Due Diligence dient primär der eigenen Absicherung und hat wesentlichen Einfluss auf die Vertragsverhandlungen und die damit verbundenen Rahmenbedingungen.

Anzeige

Due Diligence ist für Startups von übergeordneter Bedeutung

Durch das Aufkommen der zahlreichen Startups haben auch die Due Diligence-Verfahren in dem Bereich zugenommen: Startups sind mehr als traditionelle Unternehmens an starken Geldgebern interessiert, die eine Geschäftstätigkeit oft überhaupt erst möglich machen. Gründer sind daher gehalten, mit maximaler Transparenz alles offenzulegen, was eine Beteiligung beeinflussen kann.

Unter datenschutzrechtlichen Aspekten kann das problematisch werden: Besonders durch die seit Mai 2018 geltende Datenschutzgrundverordnung ist die Offenlegung von Datensätzen rechtlich nicht ohne weiteres möglich. Verstöße gegen die DSGVO können ein junges Startup-Unternehmen gerade in der Anfangszeit mit empfindlichen finanziellen Sanktionen treffen.

Informationen an Investoren unterliegen der DSGVO

Natürlich sind Gründer bemüht, Investoren und Geldgeber so schnell wie möglich von der eigenen Idee zu überzeugen. Das darf aber nicht auf Kosten des Datenschutzes gehen – bei der Due Diligence sollten daher anstelle der personenbezogenen Daten lieber anonymisierte Daten ausgetauscht werden.

Eine Ausnahme bilden die Daten, die sich auf die Gründer selbst beziehen (zum Beispiel Lebenslauf, Name, Adresse, sonstige Kontaktdaten) – hier haben Sie als Unternehmer natürlich das Recht, Ihre eigenen Daten an die Investoren weiterzugeben. Demgegenüber sollten Sie bei Verträgen, Geschäftskontakten von Kunden bzw. Auftraggebern oder der E-Mail-Kommunikation die nach Art. 4 DSGVO geschützten personenbezogenen Daten löschen bzw. unkenntlich machen.

Weitergabe von Daten bei der Due Diligence

Grundsätzlich gilt: Personenbezogene Daten fallen in den Schutzbereich der DSGVO. Deren Verarbeitung – und dazu zählt als klassisches Beispiel auch die Weitergabe – ist nur dann rechtlich zulässig, wenn Sie durch das Einverständnis des Betroffenen gedeckt ist oder ein berechtigtes Interesse (im konkreten Fall des Investors bzw. des Startup-Gründers) vorliegt. Das berechtigte Interesse ist natürlich der anvisierte Vertragsschluss zur Finanzierung des Startups. Aber auch dieses deckt die Weitergabe von Daten nur dann, wenn diese wirklich für die Entscheidung zur Investition relevant sind.

Fazit

Wichtig zu wissen: Natürlich sind für potenzielle Investoren Angaben zur Betriebsgröße und damit auch zu den personellen Ressourcen ein wichtiger Eckpunkt. Diese können Sie aber ohne weiteres auch anonymisiert weitergeben und so einen Verstoß gegen die DSGVO vermeiden. Besonders sensible Daten gem. Art. 9 DSGVO sind von der Weitergabe grundsätzlich ausgeschlossen.

Anzeige
Sagen Sie uns Ihre Meinung zum Thema.
Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:
Weiterlesen...
Google+: Facebook-Konkurrenz schließt für Verbraucher nach Datenleck Als Konkurrent zu Facebook und als eigenständiges soziales Netzwerk startete Google+ 2011 mit ähnlichen Möglichkeiten der Interaktion von Usern untereinander. I...
Weiterlesen...
Persönlichkeitsrecht: Muss Google das Internet nach Beleidigungen durchforsten? Beleidigungen im Internet sind mittlerweile (leider) an der Tagesordnung. Und oft lassen sich diese über Suchmaschinen wie z.B. Google leicht finden. Aber muss ...
Weiterlesen...
Rundfunkgebühren: GEZ lässt sensible Kundendaten auf der Straße liegen Manche Menschen finden Geld auf der Straße; eine Bürgerin auf Regensburg hingegen einen ganzen Stapel von GEZ-Karteikarten mit sensiblen Daten. Was war passier...
Weiterlesen...
Datenschutz: Ist das Speichern dynamischer IP-Adressen doch erlaubt? Da das Speichern von Nutzerdaten aus technischer Sicht kaum Schwierigkeiten bereitet, muss durch das Datenschutzrecht entgegengewirkt werden. Dieses greift ei...
Weiterlesen...
Achtung: Nach dem Safe Harbor Urteil des EuGH drohen Bußgelder Wir haben bereits mehrfach über die Safe-Harbour Entscheidung des EuGH berichtet. Zwar hat mittlerweile das neue Privacy Shield das alte Safe-Harbour Übereinkom...
Anzeige DSGVO
Anzeige

Der eRecht24 Newsletter

Immer bestens informiert

Bleiben Sie mit unseren kostenlosen Updates zum Internetrecht auf dem neuesten Stand. Infos, Urteile, Checklisten, Sonderangebote.

Prüfen Sie, ob Ihre Widerrufsbelehrung aktuell ist.

Geben Sie die URL Ihrer Widerrufsbelehrung ein.
Beispiel Shop: http://www.shopxyz.de/widerruf.html
Beispiel eBay: http://www.ebay.de/usr/EBAYUSER

loading...
Jetzt Premium-Mitglied werden

Ab Heute gestalten Sie Ihre Website ohne Angst vor Abmahnwellen und ohne teuren Anwalt abmahnsicher.

Alle Videos, Live-Webinare, E-Books, Tools und zahlreiche Rabatte.

Jetzt Mitglied werden

Mehr Informationen zu eRecht24 Premium

Impressum-Generator

Keine Chance für Abmahner

Erstellen Sie kostenlos ein rechtssicheres Impressum für Ihre Website.

Jetzt Kostenlos Impressum generieren

Rechtsberatung vom Anwalt

Haben Sie ein konkretes rechtliches Problem? Dann wenden Sie sich bitte einen Anwalt. Auf unseren Seiten finden Sie zahlreiche allgemeine Informationen zum Internetrecht. Fundierte Rechtsberatung im Einzelfall kann allerdings nur ein spezialisierter Rechtsanwalt leisten.

Inhalte kostenlos übernehmen

Der eRecht24 Newsticker

kostenfreie aktuelle Inhalte zum Internetrecht

Individuell für Ihre Website angepasst!

 

SSL-Zertifikate

Steigern Sie das Vertrauen Ihrer Kunden. Für Betreiber von Onlineshops und kommerziellen Webseiten unabdingbar:

SSL-Verschlüsselung, SSL-Zertifikate und Trust-Logos

Rechnungen online erstellen

Erstellen Sie Ihre Rechnungen gemäß den Anforderungen des Finanzamts doch einfach online!

Mit easybill bequem ordnungsgemäße Rechnungen schreiben inkl. digitaler Signatur und Datenexport zum Steuerberater. Anforderungen an korrekte Rechnungen mit Mustern und Beispielen.

IT-Recht endlich verständlich

Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

Er berät Unternehmer, Shops und Seitenbetreiber in allen Fragen des Rechts der neuen Medien.
www.kanzlei-siebert.de

Als Betreiber von eRecht24 ist er seit mehr als 15 Jahren auch als Internet-Unternehmer tätig. Deshalb finden Sie auf eRecht24 Tipps und Tricks eines spezialisierten Rechtsanwalts, aber verständlich und praxisnah erklärt.

SSL-Zertifikate, Code-Signing, S/MIMEOrdnungsgemäße Rechnungen einfach online erstellen!Suchmaschienoptimierung & OnlinemarketingRechtsschutzversicherungRechtliche OnlineShop-PrüfungFairness im Handel
Anzeige
eRecht24 - Unsere praktischen Tools und hilfreichen Tutorials

mitgliederbereich teaser

Exklusiv für unsere Mitglieder

Alles was Webseitenbetreiber, Agenturen und Selbständige wirklich brauchen: Videos und E-Books, Musterverträge und Erstberatung, Tools und Live-Webinare.

Mehr Informationen

dsgvo teaser

DSGVO Schnellstarter-Paket

Das Datenschutzrecht ändert sich ab Mai 2018 vollständig. Sind Sie bereit für die DSGVO? Mit unserem Schnellstarter-Paket sichern Sie Ihre Webseite ab.

Jetzt absichern

webinar teaser

Online Schulung mit Rechtsanwalt Siebert

Die 7 häufigsten Abmahnfallen auf Webseiten und wie Sie diese schnell, einfach und ohne teuren Anwalt vermeiden. So haben Abmahner bei Ihnen keine Chance!

Mehr Details
Support