Google+: Facebook-Konkurrenz schließt für Verbraucher nach Datenleck

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Als Konkurrent zu Facebook und als eigenständiges soziales Netzwerk startete Google+ 2011 mit ähnlichen Möglichkeiten der Interaktion von Usern untereinander. Insbesondere für mobile Endgeräte, die die Betriebssoftware Android nutzen, war ein Account bei Google+ lange Zeit die Voraussetzung, um zum Beispiel im sogenannten Playstore Bewertungen vorzunehmen. Der damit verbundene Zwang (zahlreiche Google-Apps waren auf Android-Smartphones ohne einen entsprechenden Account nicht nutzbar) war lange Gegenstand von Kritik. Nun sorgt ein Datenleck für die Schließung des Netzwerkes für Verbraucher – von der Sicherheitspanne betroffen sind laut Schätzungen circa 500.000 Konten.

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Datenleck war schon länger ein Problem von Google+

Nicht nur Facebook, sondern auch Google hat immer wieder Probleme mit Hackern und Attacken auf Userdaten. Anlass für die Entscheidung, Google+ aufzugeben, war nun eine Softwarepanne: Diese machte es möglich, dass außenstehende Dritte auf personenbezogene Daten wie Name, E-Mail-Adresse sowie Geschlecht und Alter von Usern zugreifen konnten.

Auch, wenn Google+ nur sehr reduziert von Verbrauchern genutzt wird: Der Umstand, dass Hacker über zahlreiche Apps und die dazugehörige Schnittstelle zu Google+ auf persönliche Daten zugreifen konnten, bietet Anlass zur Beunruhigung – trotz der Bekanntgabe von Google, dass man keine konkreten Hinweise auf Missbrauch gefunden habe.

Verstoß auch gegen Vorschriften der DSGVO

Interne Unterlagen des Unternehmens belegen, dass die Sicherheitslücke bereits seit 2015 bestand: Zwar habe Google selbst erst 2018 den entsprechenden Fehler entdeckt – dennoch entschied man sich gegen die umfassende Information der Öffentlichkeit. Diese erfolgte erst nach Behebung der Schwachstelle. Damit ist möglicherweise auch ein Verstoß gegen die Meldepflichten aus der DSGVO gegeben: Diese sieht in Art. 33 der Verordnung vor, dass Verletzungen in datenschutzrechtlicher Sicht unverzüglich an die zuständige Aufsichtsbehörde mitgeteilt werden müssen.

Fazit

Der Wegfall von Google+ als soziales Netzwerk wird für die meisten User nur geringe Relevanz haben: Im Vergleich zum Platzhirsch Facebook war Google+ zu keiner Zeit eine ernstzunehmende Konkurrenz. Dies musste auch Google selbst einsehen – die Aufgabe von Google+ für Verbraucher kann daher realistisch nur als Anfang vom Ende bewertet werden. Experten rechnen damit, dass auch Business-Accounts langfristig gesehen die Plattform nicht zur Eigendarstellung und zum Marketing nutzen können. Übrig bleibt dann nur noch die Option für unternehmensinterne Kommunikationsmaßnahmen.

Sehr viel bedeutender dürfte dagegen der Wegfall für Android-Benutzer sein: Hier hat Google bereits angekündigt, dass in Zukunft sehr viel weniger Apps auf gespeicherte Daten zugreifen werden.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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