Standortverfolgung: Europäische Verbraucherschützer wollen gegen Google vorgehen

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Besitzer von Android-Smartphones werden systematisch ausspioniert und ihre Daten zu Geld gemacht. Mit dieser drastischen Beschreibung begründet der Europäische Verbraucherschutzverband BEUC die jetzt angekündigten Initiativen von neun nationalen Mitgliedsorganisationen. Mit der Erhebung und Verarbeitung der Standortdaten verstoße Google eindeutig gegen die Datenschutz-Grundverordnung. Das solle Europa nicht weiter zulassen.

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Das Smartphone als Spionagegerät

Der Besuch einer bestimmten Kirche, die Teilnahme an einer politischen Kundgebung, ein längerer Aufenthalt in einer Fachklinik oder das Gastieren in bestimmten Szenelokalen – wann Menschen sich wo aufhalten, kann eine Menge über ihre Person aussagen. Dabei ist den wenigsten Verbrauchern bewusst, dass Google diese Informationen regelmäßig oder sogar dauerhaft über ihr Smartphone abruft. Denn um an die begehrten Daten zu kommen, arbeitet der IT-Riese mit zahlreichen Tricks. Das hat nun eine Studie im Auftrag der norwegischen Verbraucherschutzorganisation noch einmal anschaulich belegt.

Kein Android-Handy ohne Google-Konto

Erst im August hatte ein Bericht für Aufregung gesorgt, nach dem auch bei deaktiviertem Standortverlauf Informationen über den Aufenthaltsort weiter gegeben werden. Darüber hinaus wird Usern beim Installieren neuer Apps immer wieder nahegelegt, dem Tracking zuzustimmen. Wie Google mit den Informationen umgeht, bleibt offen. Nach Angaben des BEUC allerdings werden sie auch für personalisierte Werbung genutzt.

DSGVO gilt auch für Großkonzerne

Die Verbraucherschützer sehen darin einen klaren Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung: Google erhebe und verarbeite die Daten von europäischen Verbrauchern ohne eine rechtliche Grundlage. Unter den gegebenen Umständen könne von einer freiwilligen Zustimmung zur Sammlung der Standortdaten nicht die Rede sein. Ein legitimes Interesse des Unternehmens liege aber auch nicht vor. Sinn und Zweck der DSGVO sei es, die Rechte der Bürger an ihren Daten zu sichern, heißt es in der Mitteilung des BEUC. Die Verbraucherschutzorganisationen aus sieben Ländern wollen deshalb nun offiziell bei ihren Datenschutzbehörden Beschwerde einlegen. Ein weiteres Land plant zumindest eine Meldung und der deutsche vzbv erwägt sogar eine Unterlassungsklage gegen Google.

Fazit

Die Vertreter des europäischen Dachverbandes der Verbraucherschützer sprechen von einer „alarmierenden Situation“ und einer Täuschung der Nutzer. Sie erhoffen sich nun eine gründliche Untersuchung der Vorwürfe durch die nationalen Aufsichtsbehörden. Das Unternehmen hingegen weist die Vorwürfe zurück. Man wolle sich die Beschwerden aber dennoch genau ansehen und sei offen für Verbesserungen.

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