Überwacht: Veranstalter nutzt Gesichtserkennung auf Taylor-Swift-Konzert

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Auf einem Konzert von Taylor Swift in den USA befürchtet der Veranstalter Stalker, die der Pop-Ikone zu nahe kommen könnten. Um das zu verhindern, setzt er eine Gesichtserkennung ein. Auf diese Weise erhofft er sich, die Stalker identifizieren zu können. Durfte der Veranstalter das? Und wie sieht die Rechtslage in Deutschland aus?

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Darum befürchtete der Veranstalter Stalker

Taylor Swift wird seit Jahren von Fans belästigt und bedroht. Stalker brachen sogar in ihr Haus ein. Der Veranstalter und auch die Sängerin hatten daher berechtigterweise Befürchtungen, dass auch auf dem Konzert Stalker sein könnten.

So nutzte der Veranstalter die Gesichtserkennung

Der Veranstalter stellte auf dem Konzertgelände in Pasadena/Kalifornien Leinwände auf. Diese zeigten Videos von Swifts Proben, um wartende Fans zu unterhalten. Hinter den Leinwänden befanden sich Kameras, die die Gesichter der Personen erfassten. Das Bildmaterial schickte die Software dann in eine Zentrale in Nashville. Diese verglich die Aufnahmen über Machine Learning mit einer Bilddatenbank von Stalkern der Sängerin.

Durfte der Veranstalter die Konzertbesucher scannen?

Gäste eines Konzertes zu scannen und mit einer Datenbank zu vergleichen ist nach amerikanischem Hausrecht legal, so die Einschätzung des US-Magazins „The Verge“. Das Konzert sei eine private Veranstaltung gewesen, daher sei dies erlaubt. Unklar bleibt, ob der Veranstalter die Fans vorher informiert hat, wer die Überwachung beauftragt hat und wie lange die Aufnahmen gespeichert bleiben. Und: Ob die Maßnahme tatsächlich Stalker identifizieren konnte.

Dürfen Veranstalter in Deutschland Konzertbesucher scannen?

Bei einer Videoüberwachung in Deutschland muss zwischen einem Eingriff in Persönlichkeitsrechte und einem berechtigten Interesse der Veranstalter abgewogen werden. Eine anschließende Datenverarbeitung ist rechtlich hierzulande jedoch schwierig. Ein Sprecher der Bundesdatenschutzbeauftragten Andrea Voßhoff gab an, dass es hierzulande für Maßnahmen wie auf dem Taylor-Swift-Konzert vermutlich keine Rechtsgrundlage gebe. Es sei kaum vorstellbar, dass ein privater Veranstalter Fans auf einem Konzert filmen und die Gesichter mit einer Datenbank abgleichen dürfe.

Fazit

Deutschland testet derzeit an öffentlichen Plätzen Gesichtserkennungssysteme, wie am Berliner Bahnhof Südkreuz und in Mannheim. Software soll dort verdächtige Verhaltensweisen erkennen. Die Technik scheint bisher jedoch wenig ausgereift. Beim Champions-League-Finale im Mai dieses Jahres lag die Fehlerquote bei 92 Prozent.

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