Datenpanne: Amazon gibt Alexa-Sprachaufnahmen an Unbefugten weiter

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Ein aktueller Zeitschriftenbericht könnte Freunde smarter Lautsprecher in Sorge versetzen: Zwei Amazon-Kunden haben zeitgleich eine Übersicht ihrer gespeicherten Daten angefordert. Einem von beiden gehört eine Echo-Box. Doch die Sprach-Dateien aus seinem Wohn- und Badezimmer landen bei dem anderen Kunden. Anhand der persönlichen und teils intimen Informationen lässt sich sogar auf die Identität des Besitzers schließen.

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Wie viel verraten Soundfiles und Datensätze über einen Menschen?

Eine männliche Stimme fragt Fußball-Ergebnisse und das Wetter am Wohnort ab. Sie recherchiert Produkte bei Amazon und streamt Filme über die Fire-Box. Über die Sprachsteuerung reguliert der Mann die Heizung im Schlafzimmer und die Wassertemperatur unter der Dusche. Er verfügt über mindestens ein Echo-Gerät in der Wohnung und verwendet Alexa auch auf dem Smartphone. Zumindest zeitweise nutzt eine Frau im Haushalt den digitalen Assistenten. Die teilweise intimen Details sind gespeichert. Zugriff auf die Soundfiles erhielt eine unbefugte und völlig unbeteiligte Person: ein anderer Amazon-Kunde, der selbst nicht einmal ein Echo-Gerät besitzt.

Statt Erklärung: Datenabruf kommentarlos gesperrt

Nachdem er einige der brisanten Aufnahmen angehört hatte, fragte der überraschte Empfänger zunächst beim Customer Support nach: Wie konnten so viele Soundschnipsel aus dem Privatleben eines Kunden versehentlich freigegeben werden? Eine Antwort auf die Mail blieb Amazon schuldig. Allerdings standen die fremden Daten kurze Zeit später nicht mehr zum Abruf bereit. Sicherheitshalber hatte der Mann vorher Kopien angefertigt. Zu Recherchezwecken überließ er sie den Experten des Fachmagazins c’t. Hier wollte man vor allem eines wissen: Kann anhand der Informationen auch die Identität des Nutzers ermittelt werden?

Aufnahmen führen zum Twitter-Profil

Um die Antwort vorwegzunehmen: Nach einiger Recherche kannten die Journalisten den Besitzer der Stimme. In den Dateien hatten sie unter anderem Vor- und Nachnamen sowie Hinweise auf den Wohnort gefunden. Daraufhin durchforstete das Team passende Facebook- und Twitter-Accounts und wurde schließlich fündig. Laut c’t der fiel der Angeschriebene aus allen Wolken: Amazon habe ihn nicht einmal darüber informiert, dass ein Unbefugter seine sensiblen Daten erhalten haben. Erst auf Nachfrage der Zeitschrift nahm der Support Kontakt auf. Offizielle Erklärung: Der „unglückliche Einzelfall“ sei Folge eines menschlichen Fehlers. Man habe das Problem geklärt und „Maßnahmen zur Verbesserung der Prozesse“ ergriffen.

Fazit

Der Zeitschriftenbericht zeigt anschaulich, wie viele persönliche Informationen auf den Servern der Daten-Riesen gespeichert sind. Auch eine Zuordnung zu realen Personen ist offenbar ohne größere Anstrengung möglich. Ob es weitere derartige Fälle gegeben hat, ist unklar. Offen bleibt auch, ob Amazon den Fehler vorschriftsgemäß an die Datenaufsichtsbehörden gemeldet hat.

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