Datenschutz: Amazon-Mitarbeiter hören Alexa-Sprachbefehle ab

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Dass die smarte Assistentin noch einiges dazulernen muss, wissen Nutzer der Echo-Lautsprecher nur zu gut. Mit welchen Methoden das Unternehmen zu diesem Zweck arbeitet, hat jetzt die US-Nachrichtenagentur Bloomberg herausgefunden. Täglich werden tausende von Mitschnitten niedergeschrieben und analysiert – von Angestellten des Unternehmens rund um den Globus.

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Algorithmen brauchen menschliche Hilfe

Eine Frau, die laut und falsch unter der Dusche singt, plappernde Kinder oder Fälle von sexueller Belästigung. Die Sprachanalyse-Teams von Amazon bekommen bei ihrer Arbeit Aufnahmen zu hören, die wahrscheinlich nie ein menschliches Ohr erreichen sollten. Doch um Probleme bei der Spracherkennung der Alexa-Software zu minimieren, reicht künstliche Intelligenz allein nicht aus. Den Rechercheuren von Bloomberg bestätigte das Unternehmen nun erstmals offiziell, dass Audio-Clips von Hand transkribiert und eingeordnet werden. Laut Amazon geht es dabei nur um eine äußerst geringe Zahl von Aufnahmen. Das Nachrichtenmagazin zitiert dagegen Mitarbeiter, die nach eigenen Angaben jeden Tag an die tausend Mitschnitte bearbeiten.

Verhaltensregeln für den Umgang mit Bankdaten

Viele der Arbeitsschritte drehen sich um banale Verständnisfehler. Ein rumänischer Augenzeuge berichtet beispielsweise, wie er zahlreiche Sprachschnipsel mit dem Begriff „Taylor Swift“ zu kommentieren hatte. Alexa war offenbar nicht klar gewesen, dass die amerikanische Musikerin gemeint war. Andere Teammitglieder hingegen hörten gezielt Hintergrundgespräche bei Alexa-Befehlen ab. Auch Äußerungen von Kindern würden dabei analysiert. Besondere Anweisungen gebe es allerdings bei bestimmten persönlichen Daten. Enthalte eine Aufnahme beispielsweise Kontennummern, würde sie als „kritisch“ gekennzeichnet und nicht weiter bearbeitet. Keine Nachfragen ordnet Amazon angeblich auch bei anderen Ereignissen an. So berichteten die Mitarbeiter von zwei Fällen, in denen Alexa möglicherweise Zeuge sexueller Übergriffe gewesen sei. Ihnen sei dann aufgetragen worden, keine weiteren Schritte zu ergreifen.

Amazon: Wir legen Wert auf Datenschutz!

In seiner Stellungnahme gegenüber Bloomberg betont der Konzern, dass für das Abhören der Sprachaufnahmen strenge Sicherheitsstandards gälten. Technisch arbeite man mit Zwei-Faktor-Authentifizierung und Verschlüsselung; sämtliche Informationen würden außerdem höchst vertraulich behandelt. Es sei für die Mitarbeiter nicht möglich, die Urheber der Aufnahmen zu identifizieren. Bloomberg berichtet hingegen von einem Screenshot, auf dem Account-Nummer, Vorname des Besitzers und die Seriennummer des Geräts angezeigt war.

Fazit

Ohne menschliche Unterstützung wäre Alexa nicht so smart. Das leuchtet zwar ein, kann aber ein ungutes Gefühl bei Nutzern der Echo-Geräte nicht verhindern. Wer die Auswertung eigener Dateien einschränken will, findet dazu eine Option in den Alexa-Datenschutzeinstellungen. Hier kann die „Verwendung von Sprachaufnahmen für die Entwicklung neuer Funktionen“ deaktiviert werden.

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