Achtung, MacBook-User: Sicherheitslücke bei „Zoom“

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Der Sicherheitsexperte Jonathan Leitschuh hat eine Sicherheitslücke bei der Videokonferenzen-App „Zoom“ entdeckt. Diese schaltet ungefragt die Kamera von MacBooks ein. Wie funktioniert die Sicherheitslücke? Wie viele User sind davon betroffen? Und: Was können Nutzer tun, um nicht ungewollt beobachtet zu werden?

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Das macht die Sicherheitslücke

Damit die Kamera der MacBooks startet, müssen User lediglich auf einen Link klicken, der sie zu einem Videochat einlädt. Die Kamera schaltet sich dann automatisch ein, ohne dass Nutzer das bemerken.

Warum existiert die Sicherheitslücke?

Die Programmierer der App wollten das Nutzererlebnis so einfach wie möglich gestalten. Daher lassen sie User die Kamerafreigabe für einen Videoanruf nicht bestätigen. Möglich ist das, weil die Anwendung bei der Installation des Mac-Clients auch einen lokalen Webserver installiert. Mit diesem kann jeder interagieren, sobald User einen Videochat betreten haben.

Wie viele Nutzer sind betroffen?

Jonathan Leitschuh geht davon aus, dass mindestens 4 Millionen User betroffen sind. Zoom selbst gibt an, dass es lediglich 750.000 sind.

So hat der Software-Anbieter reagiert

Leitschuh hat der Entwicklungsfirma unmittelbar Bescheid gegeben. Diese hat sich 10 Tage Zeit gelassen, um die Lücke zu bestätigen. Danach sei erst einmal nichts passiert, so der Sicherheitsexperte. Mittlerweile hat Zoom nachgebessert. So fragt das Programm jetzt, ob die Kamera aktiviert werden soll. Ganz behoben ist die Sicherheitslücke damit jedoch nicht. Denn: Nutzer können nach wie vor automatisch zu einem Anruf hinzugefügt werden.

Zoom verteidigt Voreinstellung

Zoom verteidigt den Einsatz des Webservers. Auf diese Weise könne man Usern ein gutes Nutzererlebnis bieten. Denn: Sie könnten so mit einem Klick einem Meeting beitreten. Alternative Lösungen würden mit Apples Safari-Browser nicht funktionieren.

Praxis-Tipp

Es reicht nicht, die Software zu deinstallieren, um nicht mehr ungefragt zu einem Anruf eingeladen zu werden. Denn: Haben User die App deinstalliert, bleibt der Webserver dennoch bestehen. Dieser installiert das Programm bei einer erneuten Videochat-Anfrage automatisch wieder. Nutzer müssen daher auch den Server abschalten. Das setzt jedoch fortgeschrittenes IT-Wissen voraus.

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Autor Sören SiebertSören Siebert ist Rechtsanwalt mit Kanzleien in Berlin und Potsdam.

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