Google Home: Mitarbeiter hören regelmäßig Privatgespräche ab

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Wer einen smarten Lautsprecher in der Wohnung hat, gibt möglicherweise weit mehr Informationen preis, als ihm lieb ist. Schon vor drei Monaten fand die Nachrichtenagentur Bloomberg heraus, dass täglich Tausende Sprachaufzeichnungen aus Amazon-Echo-Geräten abgeschrieben und analysiert werden. Nun steht fest, dass auch Google-Mitarbeiter regelmäßig Zeuge privater Unterhaltungen werden.

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Namen, Adressen, und andere sensible Daten

Das ältere Ehepaar in der Reportage des flämischen Fernsehsenders VRT staunt nicht schlecht. Gerade hat ihnen ein Journalist die Stimme ihres kleinen Enkels vorgespielt. Ebenfalls gut zu verstehen: der Vater des Kindes, der laut die Wohnadresse der Familie nennt. Über 1000 Aufnahmen konnte das TV-Team anhören. Tonschnipsel, die von Mitarbeitern eines Subunternehmens in schriftliche Texte umgewandelt werden sollen. Laut Google sind die anonymisierten Ausschnitte tatsächlichen Personen nicht zuzuordnen. Trotzdem gelang es dem Reporter, die Besitzer zahlreicher Stimmen anhand der gesprochenen Inhalte ausfindig zu machen.

Lernstoff für Algorithmen

Auslöser der Recherche waren Berichte über den Konkurrenten Amazon vom April dieses Jahres. Demnach hören Mitarbeiter weltweit jeden Tag Tausende Sprachdateien des smarten Lautsprechers Alexa ab. Auch Google weist in seinen Nutzungsbedingungen darauf hin, dass sämtliche Anfragen gespeichert und im Auftrag des Unternehmens abgehört werden können. Von der Auswertung erhofft sich der Konzern Verbesserungen seiner Suchmaschine. So müssen die selbstlernenden Algorithmen beispielsweise Ausspracheunterschiede einzelner Dialekte erkennen.

Keine Richtlinien für Belästigung

Dass die smarten Assistenten noch lernen müssen, zeigt sich auch an anderer Stelle: Von den gut 1000 untersuchten Sounddateien waren über 150 versehentlich aufgezeichnet worden, ohne das Kommando „Okay Google“. Und auch die Inhalte waren offensichtlich nicht immer für fremde Ohren bestimmt. So berichtete einer der Angestellten von einer Sounddatei, die auf die Belästigung einer Frau schließen ließ. Von Google allerdings gebe es keine Anweisungen für solche Fälle. Lediglich für Kontonummern und Passwörter habe man Vorschriften: Sie müssten als vertrauliche Informationen gekennzeichnet werden.

Fazit

Um die Funktionsweise smarter Lautsprecher zu optimieren, sind alle Hersteller auf menschliche Unterstützung angewiesen. Deshalb finden sich in ihren AGB Hinweise auf das Speichern und Abhören durch eigene Mitarbeiter. Wer auf Alexa, Google oder Siri nicht verzichten will, muss solche Zuhörer in Kauf nehmen.

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