Missbrauchsgefahr: Oberster Datenschützer warnt vor FaceApp

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An diesem Trend kommt niemand vorbei. Promis, Influencer und viele andere Social-Media-Nutzer teilen zurzeit auf allen Kanälen Selbstporträts, die sie mit grauen Haaren und runzeligem Gesicht zeigen. Erzeugt werden die Aufnahmen mit einer App, die russische Betreiber in die PlayStores gestellt haben. Was sie sonst noch mit den hochgeladenen Fotos machen, weiß niemand so genau.

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Wie sehe ich aus, wenn ich alt bin?

Ist die Anwendung mal auf dem Handy, lassen sich über FaceApp beeindruckende Foto-Effekte erzielen. Mit wenigen Klicks wird aus dem jugendlichen Schulabgänger ein Greis, oder umgekehrt: aus der betagten Seniorin ein junges Mädchen. Voraussetzung für die Bearbeitung ist allerdings, dass das Foto zuvor auf einen Amazon-Cloud-Server hochgeladen wird. Wie lange die Bilder dort gespeichert bleiben, ist unklar. Auch über eine mögliche Weitergabe an Dritte gibt es derzeit keine klaren Informationen. Grund genug für den Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber, vor der Nutzung von FaceApp zu warnen. Denn eins steht fest: Die auf den Server geladenen Fotos können von den Verbrauchern selbst nicht mehr gelöscht werden.

Was geschieht mit meinen Bildern?

Ein Blick in die AGB zeigt außerdem, dass Nutzer automatisch weitreichende Rechte übertragen: Der russische Betreiber „Wireless Lab“ darf die Fotos unbefristet weltweit nutzen, reproduzieren, verändern und verbreiten. Die Zahlung von Lizenzgebühren ist dabei grundsätzlich ausgeschlossen. Welche Daten aus dem Smartphone außerdem noch von der App auf fremde Server gespielt werden, ist momentan unklar. Aufgrund der „schwammigen“ Nutzungsbedingungen äußert Deutschlands oberster Datenschützer allerdings die Sorge, dass wichtige persönliche Informationen „in die falschen Hände geraten könnten“.

Wer kontrolliert die Betreiber?

Ulrich Kelber sieht hier die deutschen Datenschutzbehörden in der Pflicht. Sie müssten überprüfen, ob die AGB mit europäischen Datenschutzregeln vereinbar sind. Kleiner Spoiler: Wohl eher nicht. Doch auch russische Betreiber müssen europäisches Recht einhalten, wenn sie ihre App für Nutzer innerhalb der EU anbieten. Zu diesen Grundsätzen gehört beispielsweise auch, dass Verbraucher die Löschung sämtlicher Daten beantragen können.

Fazit

Nicht nur deutsche Datenschützer warnen davor, die angesagte App unüberlegt aufs eigene Smartphone zu laden. In den USA wird sich möglicherweise bald das FBI mit FaceApp beschäftigen. Der demokratische Senator Chuck Schumer fürchtet gleich mal um die nationale Sicherheit durch die Weitergabe von Informationen an eine „feindliche Staatsmacht“.

Kommentare  
Marlene
0 # Marlene 24.07.2019, 09:25 Uhr
Ich denke, man ist schon Gläsern genug und vermeide unnötige Darstellungen.
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