Verschlüsselung: US-Justizminister will Zugang zu Messaging-Apps

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Messaging-Apps und andere Kommunikationsdienste sind verschlüsselt, damit User keine Sorge um ihre Privatsphäre haben müssen. Der US-Justizminister William Barr setzt verschlüsselte Dienste mit einer rechtsfreien Zone gleich. Strafverfolgungsbehörden sollen daher Hintertüren erhalten, um eingreifen zu können. Wie will der Justizminister das umsetzen? Und welche Folgen könnte so ein Eingriff haben?

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So sieht der US-Justizminister Verschlüsselungen im Web

Justizminister Barr hält Verschlüsselungen im Web für gefährlich und inakzeptabel, wenn Strafverfolgungsbehörden diese nicht umgehen könnten. Denn: Kriminelle würde verschlüsselte Kanäle wie WhatsApp und Co. nutzen, um Verbrechen zu begehen. Das ließ er auf einer internationalen Cybersicherheitskonferenz wissen.

Barr ist zuversichtlich, dass es technische Lösungen gibt, die es Strafverfolgungsbehörden ermöglichen, verschlüsselte Kommunikation einsehen zu können, ohne die Sicherheit durch Verschlüsselung wesentlich zu beeinträchtigen. Wie das in der Praxis aussehen könnte, ließ der Justizminister nicht wissen.

Das sagen Bürgerrechtler dazu

Die Bürgerrechtsorganisation EFF kritisierte die Argumentation, aufgrund von Verschlüsselungen keine Informationen mehr im Web auslesen zu können. Denn: Selbst ohne einen direkten Einblick in Messenger-Daten könnten Behörden immer noch genug Informationen über Metadaten und Standortdaten von Smartphones sammeln – und so Personen überwachen.

Welche Folgen könnte das in der Praxis haben?

Sollten die amerikanischen Strafverfolgungsbehörden von einer schwächeren Verschlüsselung profitieren, profitieren auch andere davon. Kriminelle könnten das selbst für Angriffe nutzen. Und: Sie könnten einfach auf nicht-amerikanische Programme umsteigen – und so den Blicken der Behörden entgehen.

Dieses Risiko würde der Justizminister jedoch eingehen. Er wolle ja nur Zugang zu Verbraucherprodukten wie Messaging-Apps und E-Mail-Verkehr – und nicht zu Anwendungen, die über die Sicherheit einer ganzen Nation entscheiden.

Fazit

Ende letzten Jahres verwies auch der neue Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz Thomas Haldenwang darauf, dass Geheimdienste im Internet zunehmend blind und taub würden. Dieses Problem müssten sie in den Griff bekommen. Einen deutlicheren Ton schlug Bundesinnenminister Seehofer vor einigen Wochen an. Er wolle die Messenger-Anbieter dazu zwingen, Nachrichten zu entschlüsseln. Würden sie sich dem widersetzen, würden sie blockiert.

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