Instagram: US-Werbeagentur liest Millionen Nutzerdaten aus

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Eine eigens für Entwickler vorgesehene Schnittstelle in der App machte es möglich: Fotos, Storys und sogar Standortdaten von Nutzern wurden bei einem kalifornischen Start-up in großem Stil heruntergeladen, gesammelt und ausgewertet. Völlig legal, argumentiert das Unternehmen. Instagram sieht das anders und hat den Zugang der Agentur inzwischen gesperrt.

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Empfohlener Partner für Anzeigenkunden

Noch lässt sich das Ausmaß des neuesten Datenskandals eines zu Facebook gehörenden Dienstes nicht absehen. Aufgedeckt hat ihn das Internet-Portal Business-Insider. Bekannt ist bisher, dass die erfolgreiche Marketingfirma HYP3R eine Sicherheitslücke bei Instagram genutzt hat, um Standortinformationen von Postings auszulesen. Kopiert wurden aber nicht nur Fotos und zugehörige Geo-Daten. Auch alle weiteren verfügbaren Informationen zum Nutzer waren in einer großen Datenbank abgelegt. Sogar Instagram-Storys, die nach 24 Stunden von der Plattform verschwinden, sicherte man für die interessierte Werbekunden. Aus vielen kleinen Einzeldaten eines Nutzers konnten so komplette Profile erstellt werden. Der Coffee-to-Go im Frühstückscafé war ebenso dokumentiert wie Besuche von Einkaufszentren, Fitness-Studios, Krankenhäusern, Hotels oder Flughäfen. Und zwar über Monate hinweg.

Agentur mittlerweile von Instagram gesperrt

Bei Anzeigenkunden warb HYP3R ganz offen mit einem „einzigartigen Datensatz aus Hunderten Millionen Details über die wertvollsten Verbraucher der Welt“. Die konnten dank der Informationen gezielt ausgewählt und angesprochen werden. Beispiel: Wer für Dienstreisen regelmäßig ein bestimmtes Hotel besucht, wird auf die nahe gelegene Unterkunft einer konkurrierenden Kette hingewiesen. Tatsächlich gehörte zu den Kunden der Agentur die Marriott-Hotelgruppe. Auch Pepsi und andere namhafte Unternehmen zählten auf die erfolgreiche Kundenansprache durch das mehrfach ausgezeichnete Marketing-Start-up.

Hat Instagram seine Nutzer zu wenig geschützt?

Bei HYP3R hält man Vorwürfe für unbegründet. Ein Sprecher sagte gegenüber dem Business Insider, sämtliche gespeicherten Daten seien öffentlich einsehbar gewesen. Instagram dagegen spricht von einem klaren Verstoß gegen die eigenen Richtlinien. Das langfristige Speichern von Nutzerinformationen sei ebenso verboten wie die Weitergabe an Werbenetzwerke. Mittlerweile habe man die App so geändert, dass Standortdaten nicht mehr wie bisher automatisiert ausgelesen werden könnten.

Fazit

Ob auch Daten von Nutzern aus Deutschland von HYP3R ausgewertet wurden, ist unklar. Allerdings sollen nicht-öffentlich geschaltete Profile grundsätzlich nicht erfasst worden sein. In jedem Fall zeigt das Beispiel erneut das Risiko, das mit dem Posten persönlicher Informationen in den sozialen Medien verbunden ist.

 

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