Datenschutz: Dating-App erlaubt Ortung von Usern

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Die Sehnsucht nach der großen Liebe sorgt dafür, dass sogenannte Dating-Apps immer mehr User verzeichnen. Nicht immer ist die Nutzung kostenlos und häufig sind es gerade die kostenpflichtigen In-App-Käufe, die für die Anbieter das große Geld bedeuten. Aber nicht nur das kann die Liebe zu einem teuren Vergnügen machen – auch das Thema Datenschutz ist immer wieder relevant.

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Lovoo erlaubt die Ortung der Nutzer

Eine der bekanntesten Apps in dem Bereich ist die Dating-App Lovoo. Sie ermöglicht den Usern, ein eigenes Profil zu erstellen und anhand bestimmter Kriterien nach möglichen passenden Dating-Partnern zu suchen. Ein weiteres Feature ist die Radarfunktion: Sie erstellt Bewegungsprofile und Standortbestimmungen auf 30 bis 50 Meter genau. Negativ genutzt, können so entsprechende Bewegungsmuster erstellt werden.

Standortbestimmung für eine große Anzahl an Nutzern möglich

Dabei kann ein Bewegungsprofil nicht nur für eine einzelne Person erstellt werden, sondern durchaus auch für eine Vielzahl an Usern. Dafür müssen lediglich die jeweiligen Daten abgerufen werden. Besonders heikel: Durch die Sicherheitslücke ist es auch möglich, zusätzliche Informationen über andere User abzurufen, die sich durch die Radarfunktion im Fokus des Nutzers befinden. Dazu zählen Angaben zu Alter, Geschlecht, Profilbild bzw. Avatar, sexuelle Orientierung und eben der Standort.
Genau diese Daten zählen nach dem Willen des EU-Gesetzgebers zu den sensiblen Daten im Sinne der Datenschutzgrundverordnung (kurz: DSGVO).

Radarfunktion ermöglicht Rückschlüsse auf Wohn- und Arbeitsorte

Aufgedeckt hat das Datenleck der Bayerische Rundfunk. Demnach konnten die Journalisten gezielt Informationen zu Usern in München abrufen. Dadurch wird es auch möglich, Rückschlüsse auf Wohn- und Arbeitsorte zu ziehen. Dies war bereits nach fünf Tagen möglich.

Experten sehen die Kritik an Lovoo differenziert: Sobald Standortdaten geteilt werden, ist ein Missbrauch grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Dazu ist nicht einmal die genaue Standortbestimmung notwendig, denn: Auch bei nur ungefähren Angaben lassen sich schnell Bewegungsmuster erstellen.

Fazit

Wer einen Missbrauch in Bezug auf die genannten Daten vermeiden möchte, kann zumindest bei Lovoo die Standortfreigabe pauschal unterbinden. Damit wird es auch für andere Nutzer unmöglich, eine Standortbestimmung vorzunehmen. Allerdings sollten auch die Lovoo-Betreiber über technische Verbesserungen nachdenken, denn: Die Konkurrenz – allen voran die Dating-App Tinder – zeigt die Standortdaten von Usern wesentlich ungenauer an. Hier könnte der Anbieter selbst den Datenschutz nachweislich verbessern, ohne das Nutzererlebnis wesentlich zu beschneiden.

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