Datenschutz: Biometriedatenbank ungeschützt im Netz

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Eine Datenpanne hat dafür gesorgt, dass rund 30 Millionen Datensätze ungeschützt im Internet zugänglich waren – sie waren auf der südkoreanischen Biometriedatenbank „Biostar 2“ hinterlegt und konnten von Forschern problemlos abgefragt werden. Dazu gehörten insbesondere hochsensible personenbezogene Informationen.

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Biometriedaten werden für Sicherheitssysteme genutzt

Biostar 2 nutzt Biometriedaten für ganz unterschiedliche Zwecke: So zum Beispiel im Rahmen von Zutrittskontrollsystemen. Der Betreiber ist die südkoreanische Firma Suprema – sie gilt als Marktführer in Europa und in den asiatischen Ländern. Mit den Kontrollsystemen können im gewerblichen, aber auch im privaten Bereich Zugangskontrollen durchgeführt und intelligente Türschlösser an Fingerabdrücke oder Gesichtsscans gekoppelt werden.

Durch eine noch frische Kooperation mit dem Unternehmen Nedap aus den Niederlanden hat sich der Einsatzbereich des IT-Anbieters Suprema noch vergrößert: Zum Kundenstamm gehören nun auch Regierungseinrichtungen, Banken und die Metropolitan Police aus Großbritannien.

Biostar 2 mit massiven Schwachstellen

Datenschutzforscher nahmen sich die Biometriedatenbank nun genauer vor – und konnten dabei eklatante Sicherheitslücken entdecken. Besonders heikel: Der Zugriff gelang den Forschern über einen gängigen Web-Browser, indem die Suchkriterien für die Webadresse entsprechend manipuliert wurde. Nicht nur die biometrischen Datensätze, sondern auch zusätzliche Informationen wurden dadurch frei zugänglich – so zum Beispiel Protokolle über den Zugang von Einrichtungen sowie persönliche Daten des Personals. Auch deutsche Unternehmen sind von dem Sicherheitsleck betroffen: Allen voran ist dabei die Firma Identbase zu nennen, die Ausweis- und Zugangskontrollkarten herstellt.

Datensätze waren komplett abrufbar

Besorgniserregend ist in dem Zusammenhang auch der Umstand, dass die Datensätze gerade nicht nur in Form von sogenannten Hashwerten gespeichert wurden, sondern als vollständige Information im System. Hashwerte kommen immer dann zum Einsatz, wenn es um die Verschlüsselung von Nachrichten oder Datensätzen geht – sie ermöglichen das Speichern, ohne dass außenstehende Dritte einen Zugriff auf die Information haben.

Fazit

Unklar ist bislang, ob sich außer den Forschern andere Hacker Zugang zu den Biometriedaten verschafft haben. Vom Aufdecken der Schwachstelle bis zum Schließen der Sicherheitslücke am 13. August hat Suprema immerhin fast eine Woche verstreichen lassen, bis diese geschlossen wurde. Der Diebstahl und das Ausspähen von biometrischen Daten ist im Vergleich zum Passwortdiebstahl besonders kritisch, denn: Diese können nicht mehr verändert werden und sind so auch dauerhaft untauglich, um als Sicherheitsmerkmal zu dienen.

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