WhatsApp: Weiterleiten von Nachrichten kann strafbar sein

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Ein Nacktfoto unbekannter Herkunft oder ein Video mit beleidigenden Äußerungen reichen aus. Wer strafbare Inhalte weiterverbreitet, beispielsweise in einer WhatsApp-Gruppe, kann dafür selbst belangt werden. Und nicht nur das. Schon durch die automatische Speicherung entsprechender Medien auf dem Smartphone können sich Nutzer strafbar machen. Was hilft, sind Vorsicht beim Weiterleiten und rechtlich einwandfreie App-Einstellungen.

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Schaut Euch das an!

Rund eine Milliarde Menschen nutzen die Möglichkeit, per App mit Familie und Bekannten in Kontakt zu bleiben. Besonders das schnelle und unkomplizierte Weiterleiten von Videos, Fotos oder Dokumenten macht WhatsApp zum beliebtesten Messenger weltweit. Neben den Eins-zu-Eins-Kontakten bietet die Anwendung auch eine Mitgliedschaft in Gruppen an. Wer hier teilt, erreicht automatisch eine Vielzahl anderer Nutzer, die oft nicht einmal persönlich bekannt sind. Gefährlich wird das dann, wenn beispielsweise beleidigende, volksverhetzende oder pornografische Inhalte eingestellt werden. Dabei spielt keine Rolle, ob der Absender auch Urheber des Mediums ist.

Wenn Nacktfotos der Freundin die Runde machen

Im Gegensatz zu Facebook, Twitter oder YouTube setzt man bei WhatsApp derzeit keine Filter gegen verbotene Inhalte ein. User sind selbst dafür verantwortlich, erhaltene Nachrichten vor dem Weiterleiten kritisch zu prüfen. Dabei gilt, dass das Senden an Einzelpersonen oder im engen Familienkreis unproblematisch ist. Was hier gesagt und gezeigt wird, fällt in die persönliche Privatsphäre. Das Posten in eine größere WhatsApp-Gruppe hingegen kann vor Gericht als Veröffentlichung angesehen werden. Es birgt auch das Risiko, dass andere Mitglieder die Inhalte erneut weiterverbreiten.

Gefährliche App-Einstellungen

Auch wenn man strafrechtlich relevante Medien nur erhält, ohne sie weiterzuleiten, kann das Probleme geben. Dann nämlich, wenn die Fotos oder Videos auf dem Smartphone gespeichert werden. Das geschieht oft ohne eigenes Zutun, weil die App automatisch alle Inhalte auf dem Gerät ablegt. Nutzer sind dann verpflichtet, verbotenes Material selbstständig aus dem Speicher zu löschen. Wem das zu aufwendig ist, der kann die Anwendung entsprechend umstellen. Dann bleiben sämtliche Medien auf Cloud-Servern liegen, für die der Einzelne keine Verantwortung trägt.

Praxis-Tipps

1. Senden Sie erhaltene Fotos oder Videos nicht leichtfertig weiter! Sie könnten sich sonst strafbar machen, auch wenn Sie nicht der Urheber des Materials sind.
2. Haben Sie Nachrichten mit möglicherweise strafrechtlich relevanten Inhalten empfangen? Dann löschen Sie diese aus ihrem Speicher!
3. Um ganz sicherzugehen, können Sie das Ablegen jeglicher WhatsApp-Inhalte auf dem Smartphone unterbinden. Gehen Sie dazu in den App-Einstellungen zum Punkt „Daten- und Speichernutzung“. Hier entfernen Sie entsprechende Häkchen in den Speicheroptionen bei mobiler Datenverbindung, WLAN-Verbindung und Roaming.

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