Privatsphäre: Sind E-Scooter Datenkraken?

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3 Monate nach dem Start der E-Scooter in Deutschland stehen bereits 9.000 Exemplare in Berlin zum Verleih. In Hamburg und München sind es rund 3.000. In mittelgroßen Städten warten mehrere hundert E-Scooter auf ihren Einsatz. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar kritisierte jetzt, wie viele Daten die Anbieter von ihren Nutzern erheben würden. Welche Daten sammeln die E-Scooter? Und wie könnten sie damit gegen den deutschen Datenschutz verstoßen?

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Datensparsamkeit nicht eingehalten

Datenschützer Caspar bemängelt, dass die Anbieter nicht nur Kontaktdaten, Kontodaten und Daten zur Nutzung des Internetangebots erheben. Sie zeichnen auch den Ausleih- sowie den Abstellort der E-Scooter auf und erfassen dabei den gesamten Fahrtverlauf. Auf diese Weise könnten die Verleiher Bewegungsprofile jedes einzelnen Nutzers erstellen. Sie sammeln so mehr Daten der User als sie für das Angebot ihres Dienstes benötigen. Anbieter von vergleichbaren Car-Sharing-Modellen würde diese Art des Trackings in der Regel nicht verwenden. Für die Nutzer sind die Folgen beträchtlich: Sie verlieren die Freiheit, sich anonym im öffentlichen Raum fortzubewegen.

Datennutzung unklar

Zudem erfahren Nutzer nicht, wie die E-Scooter-Anbieter ihre Daten verwenden. Sie wissen nicht, zu welchem Zweck sie die Daten erheben und zusammenführen. Denn: Die Datenschutzhinweise seien defizitär, so Johannes Caspar.

Datenweitergabe an Dritte unklar

Einige E-Scooter-Verleiher würden die gewonnenen Nutzerdaten zudem an Dritte weitergeben. Dabei erklären sie nicht, an wen genau und zu welchem Zweck sie die Daten weiterreichen. Die Datenschutzbestimmungen ließen auch hier viele Frage offen.

Für wen sind die Nutzerdaten interessant?

Insbesondere die Bewegungsprofile der Nutzer könnten für zahlreiche Parteien von großem Wert sein. So sind diese für die Anbieter selbst, Geschäftspartner und Werbetreibende sowie für lokale Verkäufer von Waren und Dienstleistungen interessant. Denn: Über die Bewegungsprofile erhalten sie konkrete Informationen zu den Vorlieben und den Tagesabläufen der Bürger. Anhand dieser können sie werbewirksame Strategien entwerfen und einsetzen.
Darüber hinaus könnten auch öffentliche Stellen an den Bewegungsdaten interessiert sein. Sie könnten diese für die Verkehrsplanung oder die Aufklärung von Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten verwenden.

Praxis-Tipp

Datenschützer Caspar empfiehlt, die Datenschutzerklärungen der Anbieter kritisch durchzusehen. Vermuten Nutzer eine Datenschutzverletzung, sollten sie sich bei einer zuständigen Datenschutzbehörde beschweren.

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