Phishing: Angriff auf ägyptische Regierungskritiker per Android-App

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Phishing-Angriffe können ganz unterschiedliche Formen annehmen und zielen primär auf einen Diebstahl von persönlichen Daten. Ob per Webseiten oder E-Mail: Die Betroffenen sind nach den Phishing-Attacken häufig Opfer von Betrugsvorgängen, bei denen die gehackten Daten gezielt genutzt werden. Auch Apps können Phishing Tor und Tür öffnen – so wie kürzlich in Ägypten, bei denen gezielt Regierungskritiker zur Zielscheibe wurden.

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Anwendungen stammten aus dem Play Store

Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen hatten es die böswilligen Apps in den Google Play Store geschafft. Vermutet wird dabei eine staatlich unterstützte Phishing-Attacke, die vor allem an Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und zivilgesellschaftliche Einrichtungen gerichtet war. Die Organisation Amnesty International hatte hier erste Hinweise gegeben – diese wurden nun durch Experten bestätigt.

Hunderte Betroffene bei mehreren Angriffswellen

Schon im März hatte sich ein entsprechender Verdacht manifestiert. Dabei wurde deutlich, dass offenbar auch Google informiert war, denn von Unternehmensseite aus gab es deutliche Warnhinweise darauf, dass Hacker versuchen könnten, an persönliche Daten der User zu gelangen. Unklar ist allerdings bis heute, worauf sich Google bei den Warnhinweisen stützen konnte – hier hält man sich auch weiterhin bedeckt.

Kein herkömmliches Phishing

Während üblicherweise beim Phishing über gefälschte Webseiten ein Abgreifen von Konto- bzw. Personendaten ermöglicht wird, waren die Angriffe in Ägypten ganz anders programmiert. Das sogenannte OAuth Phishing nutzt Apps, die über Google eine Authentifizierung anfordern und somit Daten des entsprechenden Google-Userkontos erfragen können. Fast immer handelt es sich dabei um scheinbar harmlose Apps, die zunächst keinen Verdacht auf eine mögliche Hacker-Attacke nahelegen.

Fazit

Die Phishing-Attacke aus Ägypten macht deutlich, dass auch unverdächtige Apps aus dem Google Play Store in Wirklichkeit böse Phishing-Fallen sein können. Nicht zum ersten Mal ist der aktuelle Fall Anlass dafür, Apps kritisch zu hinterfragen – die Tatsache, dass diese im Play Store angeboten werden, ist kein ausreichendes Kriterium für deren Legitimität und Seriosität. Neu ist allerdings das Ausmaß des Phishing-Angriffs, denn immerhin hatten hier auch staatliche Autoritäten ein Interesse an dem Angriff und nutzten diesen gezielt zum Ausspionieren von Kritikern und Gegnern. User sollten vor der Installation von Drittanbieter-Apps Warnhinweise ernst nehmen und diese äußerst kritisch hinterfragen und gegebenenfalls von einer Installation absehen. Beim Phishing in Ägypten wurden zum Beispiel Standortdaten von Opfern abgegriffen – dies kann im schlechtesten Fall zu einer existenziellen Bedrohung werden, wenn dies von Regierungsseite entsprechend genutzt wird.

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